Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 6 · p. Seite 222

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 6
Article
Nachtrag zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1862-01-01
Page
Seite 222 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829276-2829283-2858578--06846-2858672
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

222 Die Haftara. nach dem Resum6 des Präsidenten folgende Urtheil der Geschwornen lautete auf nichts chuldig. Königsberg ist ferner der erste Ort Preussens, an welehern im Jahre 1849 ein israelitischer Docent für das Fach der Archäologie zugelassen wurde, welcher auch noch gegenwärtig fungirt, obschon die Statuten zur Docentur seit 1854 wieder nur evangelische Lehrer zulassen. Man hofft indess auf die endliche Beseitigung oder doch Modificirung des betreffenden Paragraphen. Für den jetzt bevorstehenden Zusammentritt der Kammern ist Dr. Kosch in Königsberg wiederum zum Abgeordneten erwählt*). Die Haftara. Nach dem Vorlesen aus der Thora (Pentateuch) werden Abschnitte aus den Propheten vorgelesen, welche Haftara genannt werden. Sowohl über den Anlass zu dieser Einrichtung als über die Bedeutung der Benennung derselben gibt es verschiedene Meinungen. Zunz1) nimmt an, man habe dieselben, .weil mit ihnen die jedesmaligen Vorträge geschlossen und die Gemeinden entlassen, wurden, Schlussvorträge oder Haftara'8 genannt. Entgegengesetzter Ansicht ist Frankel2), sie wären vielmehr als Introduction der Vorträge so genannt worden, *) Nur ist sehr zu bedauern, dass Herr Dr. Kosch bei Gelegenheit der berüchtigten Darstellung des Judenthums aus dem Munde des Herrn v. Bethmann-Holweg sich nicht als Jude legitimirte, nicht den Muth und das Wort fand, für den schmählich verletzten Glauben einzutretem f Dasselbe Bedauern müssen wir dem jüdischen Abgeordueten Herrn Reichenheim gegenüber aussprechen, der, beredt auf dem Gebiete der Finanzen, noch nie sich angeregt fand, für die Ehre des Juden und des Judenthums das Wort zu ergreifen. Mit welehern Eifer stehen die Katholiken für ihre Confession ein und ermüden nicht, für sie selbst mit weitgehenden Forderungen hervorzutreten! Scheuen es jüdische Abgeordnete, sich als Juden zu geriren, so liegt in ihrer Wahl für das Judenthum mehr Nach-•als Vortheil. D. R. י) Gottesdienstliche Vortr. S. 5 f. 2) Vorstudien zu der Septuaginta S. 50 ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.