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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 5 · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 5
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 175 (sequence 2)
Language
German
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t>r. Bernhard Beer. ' 1?L meinende Absicht einflösst, nahmen sie hier einen ihnen ,״widerstrebenden Willen, eine, wie es ihnen erscheinen musste, vorherrschende Abneigung wahr. Und doch war der damalige Minister des Innern, vonNostiz und Jan: ckendorf, einer der wohlwollendsten Männer! Der früher gedachte, bei der Verleihung der Constitution begangene Missgriff hatte ihn in diese schiefe Lage gedrängt, die durch manche in diesem Ministerium, von einigen Männern aus der früheren Schule vertretene. Anschauungen, noch beengter wurde. Der Weg zur bürgerlichen Ver׳• besserung war daher dornenvoll. Gesetzentwürfe und ständische Verhandlungen zeigten sich hier ,in unerquickhohem Lichte und den Forderungen des Rechts nur in geringem Masse entsprechend; die Gesetzentwürfe für Cultus und Unterricht manifestirten allenthalben einen er-- leuchteten Geist, der sein treffliches Abbild in den von der Kammer gepflogenen Verhandlungen fand. Suchen wir von hier aus die Aussöhnung, zu der allgemein die geschichtliche Forschung drängt; ein tieferes Auffassen des sächsischen Volkscharakters wird uns hierzu einen sicheren Leitfaden bieten. Der Sachse bildet einen biedern, für alles Gute und Schöne empfänglichen Stamm. Massig, sparsam, ist er nichtsdestoweniger bereit, menschlichem Elende fast über seine.Kräfte abzuhelfen, fragt nicht nach Vaterland und Confession, wo es gilt, dem Verlassenen beizustehen; sein Gemüth ist allen Regungen der Menschlichkeit geöffnet. Der ihm häufig gemachte Vorwurf der Engherzigkeit ist nur auf manche durch die eigenthümliche Lage des Lan׳■ des hervorgerufene Beziehungen zu beschränken. Sach״ sen ist durch die Unfruchtbarkeit seines südlichen Theiles übervölkert; das Erzgebirge und das Voigtland bringen zu menschlicher Nahrung nur spärlich Kartoffeln und Hafer; sie bilden gleichsam die Böhmen und Sachsen scheidenden Hochalpen, dort vermögen die Bewohner kaum die dringendsten Bedürfnisse dem Boden abzuringen, und auch die Industrie bietet ihnen, vorzüglich in neuerer Zeit, nur spärliche Aushülfe; So siehet. sich der Sachse zum grossen Theile auf. aussen Angewiesen; seine Fabriken

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