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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 4 · p. Seite 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension] / -d-
Date
1862-01-01
Page
Seite 153 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 153 Trümmern der jüdischen Vorzeit 80 üppig aufgeschossen ist, muss jeder Gelehrte zugleich Handlanger, Geselle und Baumeiste!• sein, . Mit um' so grösserem Danke ist daher jede Arbeit aufzunehmen, die einem so fühlbaren Mangel abhelfen will, die den Boden der Forschung säubert, Material herbeischafft und zu bequernem Gebrauche ordnet, die es den! Forscher möglich macht, von solchen Arbeiten nicht ermüdet an seine eigentliche Aufgäbe zu gehen. Ein solches Werk ist die vorliegende Schrift von dem um die Geschichte der Juden sehr verdienten Dr. M. Wiener bearbeitet, ein Werk, das von dem ausgezeichneten Fleisse, wie der umsichtigen Akribie und Gelehrsamkeit des Verfassers zeugt*. Der Geschichtsschreiber der Juden in Deutschland während des Mittelalters ist jetzt nicht mehr gezwungen, ganze Bibliotheken von alten, ungeniessbaren Chroniken und Urkunden durchzustöbern, um aus der Masse , des Schuttes irgend eine unbedeutende Notiz hervorzusuehen, er findet jetzt alle Urkunden, die für ihn von Interesse sind, ihrem Inhalte nach, die wichtigeren sogar in wörtlichen Auszügen, in genauest er chronologisch geordneter Reihe angegeben. •In diesem ersten Th eile erhalten wir die Regesten zur Geschichte der Juden: A. unter den römischen Kaisern von Otto I. bis Friedrich III., B. in Baiern vom Jahre 981 bis 1500, und C. unter der Herrschaft des Hauses Habsburg von Rudolph 1. bis Friedrich III. Ein solches Werk will nicht blos gelesen, sondern studirt und durchforscht sein. Es genüge hier darum* einzelne Bernerkungen mitzutheilen, die auch beim flüchtigen Durchblättern dem Leser aufstossen. Der Inhalt der Urkunden weist keine grossen und keine erfreulichen Begebenheiten auf. Kümmerliche Verhältnisse, erhärmliche Plackereien, .wenn nicht grausame Verfolgungen treten uns überall entgegen. Während in der gleichzeitigen Geschichte anderer Völker Kaiserreiche erzittern und zusammenbrechen, während Deutschland, Frankreich und Italien blutige Schlachten gegen einander schlagen, während Europa und Asien in ungeheuerem Ringen ihre Kräfte messen, sind die Juden dazu verdammt, unthätige aber vielduldende, blutig misshandelte Zuschauer des grossen Weltendrama’s zu sein. Während andere Frarjfcel, Monatsschrift..XI. 4. 12

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