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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 4
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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189 Dr. Bernhard Beer. nur das einzige Mittel übrig sei, den Mitgliedern derselben gegen die Uebernahme der bürgerlichen Verpflichtungen den Genuss der bürgerlichen Rechte einzuräumen. — Wie ungerecht und ungegründet die Besorgnisse sind, dass durch das Emporkommen der jüdischen Familien in Handlungsstädten dein Flor der christlichen Kaufleute Eintrag geschehe, beweisen die preussischen Handlungsstädte, die in keinem anderen Verhältnisse stehen, als die Hanse- Städte. Die jüdischen Familien sind seit der ihnen günstigen Gesetzgebung nicht mehr emporgekommen, kein christliches Handlungshaus hat seinen Wohlstand eingebüsst; es entstehen ebenso viele christliche Handlungshäuser wie vordem, und sie treiben ihre Geschäfte mit eben solchem Glücke, ohne dass hierüber die geringste Klage gehört worden wäre.“ — Den letzten Hauptgrund gegen die Emancipation hat die Deputation so ausführlich behandelt, dass ich nichts Neues weiter beizufügen habe; nur eine Bemerkung will ich noch zu dem Vorwürfe machen, wo gesagt wird, die Juden würden nie gute Unterthanen werden. .Dieser Vorwurf ist der ungegründetste; wenn irgend auch gegen die Juden geschrieben worden ist, wo ist je gesagt worden, dass sie sich als schlechte Unterthanen gezeigt? Wo ist je eine Stimme erschollen, sie haben sich nicht den Lanäesgesetzen unterworfen? Auch gute Vertheidiger des Vaterlandes sollen sie nicht sein können. Auch das ist unglaublich. Nach dem Berichte Periers haben im Jahre 1809 allein 797 Juden in der französischen Armee gedient, und im Jahre 1826 waren bereits 35 jüdische Offiziere mit dem Orden der Ehrenlegion decorirt. — Bei Holland beziehe ich mich auf den Bericht über die Uebergäbe der Citadelle von Antwerpen vom 14. December 1832, woraus hervorgehet, dass die Besatzung zu einem grossen Theile aus Juden bestanden. Bei dieser Gelegenheit sagte ein holländisches Blatt Folgen des: ״Dieses mag dem Auslande beweisen, dass wir weder religiös noch politisch getrennt sind. Alle reihen sich um die Regierung, welcher Meinung und welchen Glaubens sie auch sind.“ Möchte man von Sachsen bald Aehnliches sagen können! — In Preussen ist es eine be- 11°

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