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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 4 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 4
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 136 (sequence 16)
Language
German
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136 Dr. Bernhard Beer. schritte der Moralität urtheilen als ein Cultusminister? — erinnere ich an das Gesetz von 1831, wonach zur Aufhebung der letzten Beschränkung auch die jüdischen Religionslehrer aus der Staatskasse bezahlt werden sollen. Dieses Gesetz ist in der Pairslsammer durchgegangen mit einer Majorität von 57 gegen 32, in der Deputirtenkammer von 211 gegen 71 Stimmen. Ich werde mir erlauben, einige Aeusserungen der Berichterstatter hier mitzutheilen. Graf Portalis sagte damals in der Pairskammer wörtlich: ״Wer könnte besser als wir bezeugen, welche Fortschritte die Israeliten in unserem Vaterlande gemacht haben und wie viel Erfreuliches für die Zukunft ihr gegenwärtiger Standpunkt hoffen lässt! Es sind ungefähr zwanzig Jahre her, dass der ehrenwerthe Präsident der Kamm er, ein anderes Mitglied und ich beauftragt waren, bei einer aus Abgeordneten der französischen und italiänischen Judenschaft bestehenden Versammlung, sowie bei dem nachmaligeü grossen Sanhedrin die Function der Commissarien der Regierung zu versehen. — In diesen Versammlungen wurden die grössten und wichtigsten Fragen verhandelt. Alles was das Familienwesen, die bürgerlichen und zeitliehen Beziehungen der Juden zu ihren Mitbürgern, das Amt und die Function der Rabbiner, die von dem Gesetze Mosis verbotenen unerlaubten Gewerbe, den Wucher u. 8. w. betrifft, wurde unter unserer Leitung geprüft und ebenso gründlich als gewissenhaft erörtert. Das grosse Sanhedrin erkannte an, dass in bürgerlichen und zeitlichen Dingen'die Unterwerfung unter den Staat die heiligste Pflicht sei u. a. m.“ In gleichem Sinne hat sich der Berichterstatter der Deputirtenkammer, Augustin Perier, Bruder des verstorbenen Premierministers, ausgesprochen: ״Wem es wirklich Ernst ist, eine Nation zu würdigen, die, wie schon oft gesagt worden, nur ihr Unglück herabwürdigen konnte, der bedenke namentlich die Rolle, welche sie (die Juden) während der französischen Revolution und der berüchtigten Schreckensregierung gespielt, damals, als sie bei ihrer plötzlich erlangten Freiheit ihren sonstigen frechen Unterdrückern die Spitze bieten kennten. Mögen diejenigen, welche wohl wissen, wie geneigt

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