Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 115 die richtige, entsprechende Vertheilung desselben von selbst, und bis in die einzelnsten, kleinsten Glieder herab reihet sich ihm Alles übersichtlich und lichtvoll. Bei unserem Verfasser scheint dies nicht so ganz der Fall zu sein, da er die Materien seines Buches nicht in ihrer vollen Bedeutung und ihrem echten Werthe dargelegt hat; es sei denn, dass der Verfasser — wie es uns, aus mehreren Stellen des Buches hervorzugehen scheint — die Behandlung des eigentlichen Thema’s sich für einen zweiten Theil auf bewahrt hätte. Von Dogmen — insoweit in der jüdischen Religion überhaupt davon die Rede sein kann — finden wir ausser dem Cap. ,,D’as Dilemma des Messiasglaubens im heutigen Judenthume“ (S. 67—76) und dem funkelnagelneuen Dogma, das zu lesen ist 8. 69 und da lautet wie folgt: ״Die bindende Kraft (der Verf. sagt S. 107 u. 179 dafür auch ״die Bündigkeit“) der Centralbesehlüsse, wenn sie einmal durch freiwillige Aufnähme innerhalb der Genossenschaft gangbar gefunden werden, gehört zu den Dogmen des Judenthums,“ keine Spur im ganzen Buche. Und von dem anderen Haupttheile, dem jüdischen Cultus, haben wir nur wenige bemerkenswerthe Notizen gefunden; so etwa die Anmerkung 3, 8. 68, dass das עלינו — Gebet, in seiner heutigen Fassung unmöglich schon vom Propheten Josua herrühren könne, und die 8. 109 gelegentlich der Ueberschrift des 6ten Abschnittes des Tract. Aboth gemachten Bemerkungen über den Ausdruck בהר in den liturgischen Typen, ferner (ibid.) über den Gebrauch des Präsens in den Segenssprüchen, was der Verf. also ausdrückt: ״Der Typus der Eulogien hält so fest an den (?) Präsens, dass er nur dort, wo der Inhalt auf einen bereits geschehenen Act der Vorzeit sich bezieht, das Präteritum gebraucht und auch in diesem Fall bei den Formen des.längeren Stils mit dem Präsens schliesst.“ Unter der Rubrik: ״Die Reorganisation der Cultusverfassung im Judenthum“ behandelt der Verf. einige von seinem Thema fernliegende Materien, so in mehreren Capiteln ״die Stellung des Tractat Aboth im Talmud,“ sein ״Epitheton,“ seinen ״Kananisclien Rang“ u. 8. w., ferner die vielbesprochene Frage, ״welcher der beiden Oberpriester Simon der mit dem Beinamen ,,der Gerechte“ sei (der Verf. entscheidet sich nach vielen neuen Beweisen für den zweiten Simon), dass ferner nur