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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. Seite 111

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 111 (sequence 11)
Language
German
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als Religionsphilosoph. ' 111 Am entschiedensten im Dienste seiner Philosophie stehen, wie nach dem Inhalte dieser biblischen Bücher begreiflich, der Commentar1 zum Hohenlied e, der zu Ko 11 eiet und der zu Hiob. Dass er, um zunächst vom ältesten seiner Commentarien, dem zum Hohenliede, zu reden, das Hohelied als durch und durch allegorisch auffasst, unterscheidet ihn nicht von den früheren Auslegern desselben. Desto mehr aber das, was er unter dieser allegorischen Hülle sucht, nämlich nichts weniger und nichts mehr, als die Quintessenz seiner philosophischen Lehren. Es gelingt ihm dies dadurch, dass er Jerusalem für das Bild des Menschen nimmt, insofern ״der Mensch gerade so unter den Geschöpfen für den Dienst Gottes ausgesondert ist, wie Jerusalem unter den Städten.‘6 Die ״Töchter Jerusalem'8" sind ihm nun die Seelenkräfte, ״König Salomo" der Geist iin Menschen als der eigentlich Herrschende. So geht es fort, und auf diese Weise findet er nicht blos die Psychologie, sondern auch die Physik und Methaphysik des Aristoteles, wie er sie auffasst, in dieser Schrift wieder. Vielleicht hat ihm dieser kleine Commentar einen grösseren Aufwand von Zeit und Geisteskraft gekostet,• als manche grössere Arbeit, für uns ist er einer der ungeniessbarsten. Wie im Hohenliede die ganze theoretische Philosophie, so findet er, jedenfalls mit grösserem Rechte, in Kohelet die ganze praktische Philosophie seines Meisters wieder. Er glaubt die scheinbaren Widersprüche, welche schon die talmudischen Weisen in Kohelet finden, durch eine Aeusserung des Aristoteles über das Wesen der praktischen Philosophie erklären zu können. Aristoteles hatte nämlich. von der Ethik gesagt1), ihre Wahrheiten Hessen sich nicht apodiktisch darthun. Sie müsse vielmehr als Vordersätze, aus denen sie ihre Schlüsse ziehe, die zugestandenen Meinungen (ta eWoga, מפורסכלות) brauchen. Deshalb habe Kohelet auch solche Meinungen, die er nicht theile und die nicht die Wahrheit enthielten, aufgenommen, um aus allen angeführten die rechte auszuwählen; I)amit glaubt er auch ״den weiblichen Namen46 des Buches ־erklären zu können2). Zugleich bestimmt er das Verhältnis8 Kobe- 1I Arist. Etkica Mcom. I, 6. ־. . 2) Vorrede zum Commentar: ודלנדל זאת המחשבה המקבצרל יהד

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