Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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!Ein. Lebens- und ^Zeitbild, Vom Herausgeber. (Fortsetzung.) Friedrich August war ein gerechter aber beschränkter Fürst, der vom alten Geleise nicht abweichend,.auch durch seine Strenggläubigkeit den Gedanken an eine Verbesserung der Lage der Juden nicht, in sich aufkommen liess. Charakteristisch ist folgender Zug. Der ■Vorstand der Judenschaft zu Dresden wollte ihm bei einer feierlichen Gelegenheit seine allunterthänigste Gratulation abstatten. Er wurde flüchtig empfangen — an der Thüre des Stalles, wohin sich Se. Majestät die Pferde zu besichtigen begaden. — Welche Ansicht über seine Gesinnung den Juden gegenüber herrschte, beweiset ' folgende Erzählung, mit der man sich in Dresden trug. Friedrich August musste nach Besiegung des französischen Gewalthabers, zu dem. er auch nach der Erhebung der deutschen Nation gehalten, halb als Gefangener nach Berlin gehen. Dort wurde er vom Publikum gerade nicht mit freundlichen Augen betrachtet, und es widerfuhr ihm einst eine. Beleidigung beim Hinausgehen aus dem Schauspielhause. Da soll er schmerzlich den Blick gegen den;Himmel gerichtet und ausgerufen haben, ob ihm dieses etwa zur Strafe, dass er vielleicht bei irgend einer Gelegenheit eine günstige Gesinnung gegen die Juden genährt! —- In diese Zeit seiner unfreiwilligen Abwesenheit aus Dresden fällt die russische Verwaltung Sachsens durch Repnin. Sie brachte den Juden einige Linderung; Leibzoll und Gouvernementszettel wurden. .abgeschafft, auch wurde ein Gesetz zur Franke] ג Monatsschrift. XI. 3. . 7 ׳ ' -