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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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nicht mit Klarheit aufgefunden und gelöst werden können, wenn wir nicht mit unbefangen kritischem Blickte Quellen zu sondern, über den inner» geschichtlichen Gang durch sorgsame Combinasion, ohne Voreingenommenheit durch gewohnheirnäßige Annahmen, uns zu orientiren wissen. \ Diese wissenschaftliche Arbeit muß auch au Bibel und Thalmud geübt werden, und nur durch sie Wirdes gelingen, manches Befremdende zu beseitigen, manches Räthsel zu lösen; nur durch sie werden wir die treibenden geistigen Mächte׳!!, so besser zu würdigen und zu. ehren wissen. Dieser schwierigen Arbeit muß sich unsere Zeit unterziehen, ohne Scheu und Verz^theit, wenn sie die Vergangenheit verstehen, wenn sie die Gegenwart als ein lebendiges Glied an die Vergangenheit knüpfen will. wenn diese in ihren innersten Motiven enthüllt ist, wird sie ihre fremdartige! Starrheit ablegen und lebenspendend für die Gegenwch werden können. Aber auch das Recht unserer Zeit in ihrer mächtigen Bewegung muß voll anerkannt werden. Wollten 11* die Kräfte in lebendiger Regsamkeit um uns her sich entfalten lassen, höchstens ausnehmend uns verhalten, mit widerstrebender Zähißeit blos nothgedrungen folgen, ohne selbst frisch einzugreifen, dann büßen-wir das Recht einer selbstständigen geistigen Macht ein, dnu ist unser Anspruch auf eine angemessene einflußreiche Stellung unberechtigt. Das Judenthum muß vielmehr seine Bedeutung imch* mehr zur Klarheit Hervorarbeiten, es muß nach Außen seine Würde mit vollem gerechten Selbstbewußtsein wahren, dieses Selbstbeichßts ein sich aber immer mehr verdienen durch innere Läuterung, durch müthiges An streben zum weltgeschichtlichen Ziele hin, das ihm seile größten und ältesten Lehrer, die Propheten, schon vorgesteckt. Auch die Gegenwart will daher die Zeitschrift, soviel an ihr ist, als trße Mahnenn begleiten, die Zeitereignisse, die geistigen Erscheinungen von ihrem Standpunkte beleuchten, die Kräfte wecken und zu eßem gesunden Fortschritte auffordern. > \ Die Zeitschrift wird demnach auf wissenschaftlichem Gebiete vorzugsweise die Geschichte des Judenthums beleuchten, zu einer klaren Erfassung der Quellen anleiten, sie wird biblische Sprach-und Erklärungswissenschaft, nachbiblische Biographik und Limaturgeschichte insoweit behandeln, als die Gedankenrichtung sich darin offenbart. Sie wird mit offenem Auge alle Leistungen auf diexn verschiedenen Gebieten beobachten, davon Kunde und Rechenschaft geben. Sie wird praktisch-religiöse Fragen, die Aeußerunge* des geistigen Lebens inner- und außerhalb von ihrem Standpunkte aus vorführen, den lebendigen Geisteshauch zu verstärken suchen) daß er in der gegenwärtigen Entwickelung schöpferisch gestaltend wirksam sei. ץ In diesem Sinne wendet sie sich getrost an die Freunde vorurtheilsloser Wissenschaft: au die Bibelforscher aller Consessionen mit dem guten Bewußtsein ernster Mitarbeit und .mit der Zuversicht, daß die deutsche Wissenschaft ihr Ohr nicht verschließen werde, wenn auch die Untersuchung, von gewohntem Geleise abbiegend, neue Bahnen betritt; sie wendet sich an die redlichen Bearbeiter des nachbiblischen Judenthums in der Hoffnung, daß ihnen eine neue Beleuchtung, wenn sie die Räthsel dieser Entwickelungsperiode ihrer Lösung näher bringt, willkommen sein werde, sie wendet sich an die Männer, welche mit redlichem Eifer an den praktischen Aufgaben der Gegenwart arbeiten, mit der Ueberzeugung, daß nur eine sichere geschichtliche Erkenntuiß deren gesunde Fortbildung ermöglicht. Sie wendet sich an sie alle mit der Bitte nicht blos um wohlwollendes Gehör, sondern auch um Mitwirkung, insofern sie von übereinstimmenden Grundsätzen ausgehen. Sie pocht auch an die Pforten aller lebendigen Glieder der Gegenwart, aller Männer ernsten religiösen Strebens in der frohen Gewißheit, daß die Wissenschaft, die dem Geiste dient, der Idee ihre Kräfte weiht, die Erkenntniß und die Förderung innerer geschichtlicher Entwickelung anstrebt, auch die Macht des ächten Glaubens um so siegreicher nachweistsund pm sosiegreicher kräftigt., Breslau, 30. Dezember 1861. Wie Zeitschrift erscheint als Vierteljahrsschrift in unseremVerlage, und wird derPreis für 4 Hefte auf 1 Thlr. 20Sar sestgestellt. Das erste Heft wird in den nächsten Wochen erscheinen, und bitten wir daher, das Abonnement durch die näckMieaende Buchhandlung baldigst an uns gelangen zn lassen. ö Breslau, 17. Januar 1862. Schletter'sche Buchhandlung. lK. Skutsch.) Druck von Heinrich Lindner in Breslau, Ring 48.

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