Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
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62 Das jüd.-theol. Seminar za Breslau. sprach Dr. Joel mit Zugrundelegung des S chrift Wortes: ,,Das Loos ist mir auf’s Liebliche gefallen, auch ist mein Erbe schön in meinen Augen“ zunächst von der Anwendbarkeit der Worte: ״Das Loos ist mir auf's Liebliche gefallen,“ auf das preussische Volk, dem die Vorsehung einen König wie Wilhelm I. gegeben, dann von der dem Volke obliegenden Verpflichtung, durch sein Verhalten darzuthun, dass es auch die Zumuthung, die in dem zweiten Theile des Textwortes liegt: ״Auch ist mein Erbe schön in meinen Augen,“ die Zumuthung der dankbaren Anerkennung nämlich, verstehe und beherzige. Der Gebethymnus für den König machte den Schluss der Feier. Am 18. October beging das Seminar die Krönungsfeier des Königs. Nach Absingung von Ps. 21 und 72 bestieg Dr. Joel die Kanzel und sprach anknüpfend an die Worte des Wochenab schnitte 8 und die midrasehisehe Auslegung derselben: ״Und es war nach diesen Begebenheiten, da versuchte Gott den Abraham, da erhob Gott den.Abraham,“ wie auch in der preussischen Geschichte Versuchung und Erhöhung auf einander folgten, und wie wirnur dem in der Wahl des 18. Octobers zum Krönungstage liegenden Fingerzeige des Königs folgten, wenn wir die heutige Zeit und unsere heutigen Pflichten als Staatsbürger im Lichte jener glorreichen Zeit betrachten, da des Königs Tugend und des Volkes Liebe gemeinschaftlich das Vaterland erhoben und zu Ehren brachten. Der Gebethymnus für das Heil des Königs beschloss die Feier. Die Anstalt fühlt sich gedrungen, ihren Dank für mehrere ihr in diesem Oy eins gewordene schätzbare Beweise des Wohlwollens und der ehrenden Theilnahme wiederholt auszuspreeben. Dieses Wohlwollen gab sich zumeist in Gründung bedeutender Stipendien kund. Herr Director J. Lehmann in Glogau übergab im Jahre 1854 dem Curatorium 600 Tlilr. mit dem Wunsche: ״Von den Revenuen dieses Capitals soll alljährlich ein Stipendium an einen der obern Abtheilung, angehörenden Seminaristen ertheilt werden, jedoch in der Weise, dass derjenige es erhalte, der über ein vom Director gegebenes wissenschaftliches Thema die nach dem Ausspruche des Lehrercollegiums beste Arbeit geliefert hat. Dieses Stipendium soll an dem jedesmaligen Todestage