Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 1)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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57 Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau.*) Das Seminar hat nun seinen ersten, siebenjährigen Cyclus beendigt, den in dem bei Eröffnung des Seminars veröffentlichten Programm festgesetzten Zeitraum, in *.welchem befähigte mit den zur Aufnahme nöthigen theologischen und klassischen Vorkenntnissen ausgerüstete Jünglinge -ihre Studien vollenden und die wissenschaftlich-theologische Reifezum Rabbiner erlangen sollen. Mit Vertrauen auf Gott wurdebegonnen; der Höchste hat dieses Vertrauen in reichem Masse belohnt. War auch der Organisationsplan entworfen, wer konnte für dessen Ausführung einstehen, wer vermochte zu sagen, ob die Wirklichkeit nicht Manches anders gestalten, der Hebergang von־ Gedanke zur That, von Entwurf zur Realisirung nicht auf das Werk alterirende Hindernisse stossen werde? Aber es wurde in Gott unternommen, und mit freudigem, demuthvollem Dank darf ausgesprechen werden, es. wurde durch Gott vollendet, das Seminar ist zu einem in sich gegliederten Ganzen gediehen. Nach dem ursprünglichen Plane beabsichtigte die in’s Leben tretende Anstalt eine gegenseitige Durchdringung des theologischen Studiums und.der Wissenschaft, die jüdische Theologie soll ohne Einbusse an ihrem Umfange und ihrem scharfen dialektischen Gange zur wissenschaftlichen Disciplin erhoben werden; dieses Streben wurde unaufhaltsam verfolgt und das Ziel zeigt sich nun als erreichbar. Am Ende des Studiencyclus angelangt, erscheint die Darlegung, wie dem, was das erste Programm verliiess, entsprochen wurde, als unabweisbare Pflicht. Es wurde der biblischen Exegese viele Sorgfalt gewidmet; mehrere Tlieile des Pentateuchs wurden zu wiederholtenmalen mit den Targumim, den älteren Commentatoren (Raschi, Ihn Esra, Ramban u. A.), durchgegangen, ebenso Propheten und Hagiographen, verbunden mit dem Studium der hebräischen Grammatik und der Lectüre neuhebräischer Poesien..— Dem Talmudstudium wurde als Grundlage und Inhalt der jüdischen Theologie sein volles Recht und die Berechtigung, in dem ihm eigenen Geiste erforscht und aufgefasst zu werden, eingeräumt. Es wurden statariscli vorgetragen: *) Dem eben erschienenen Jahresberichte entnommen. Frankel, Monatsschrift. XI. 2. ' 5