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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 2
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 54 (sequence 14)
Language
German
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54 Dr. Bernhard Beer. disehe Meister gab es nicht, und christliche Meister. durf•• ten gesetzlich Juden nicht in die Lehre nehmen. Auch diese Schwierigkeit ־wurde mit grossen Opfern besiegt, man schickte die jüd. Jünglinge in’s Ausland, um dort ein Handwerk zu erlernen; doch nun galt es dem noch harteren Kampfe gegen die hemmenden Staatsgesetze, und hier betreten wir ein neues Gebiet der Thäügkeit B.’s, auf dem unausgesetzt zu wirken, er von der Vorsehung berufen war. Zur besseren Orientirung möge hier in kurzgedrängten Zügen Manches aus der Geschichte ' der Juden in Sachsen folgen. Heber ältere Einwanderung und Ansässigmachen der Juden in Sachsen ist wenig bekannt; wohl muss jedoch im Mittelalter zu Meissen eine nicht unbedeutende jüd. Gemeinde existirt haben: es werden in Schriften aus jener Zeit ״die Gelehrten zu Misnia“'־״) angeführt, auch werden daselbst noch jetzt Grabsteine mit jüd. Inschriften ausgegraben. Das ״Grüne Gewölbe“ zu Dresden, besitzt ein sehr schön gearbeitetes Messer mit eingegrabener hebräischer Jahreszahl aus dem 14; Jahrhundert, welches von der Kunstfertigkeit des jüdischen, wahrscheinlich einheimischen Meisters zeugt. Kurfürst August, dem, wie das s. g. Moritzmonumenfc zu Dresden plastisch darstellt, Moritz von Sachsen seine Länder übergab, betrachtete die Vertreibung der Juden als eine seiner ersten־ Regentenpflichten. , Die Juden wurden also um die Mitte des 16. Jahrhunderts aus Sachsen vertrieben, und sie kehrten erst in neuerer Zeit zurück. Zwar hatte mancher Kurfürst einen jüd. Hofagenten oder 8. g. Hofjuden, aber diese Be- .günstigung sicherte nicht das Verbleiben׳ im Lande und war, wie folgende etwas abenteuerliche Anekdote zeigt,, mitunter verderbendrohend. August der Starke hatte einen Juden Bärmann aus Halberstadt־״׳״׳) liebgewonnen und ihn nach Dresden berufen. Die Hofleute, neidisch auf die dem Juden geschenkte Gunst, brachten ,unaufhörlich Beschul- י־ . .חכמי מי׳מניא ף־ ־״'*) Von ihm stammt die Familie Lehmann in Dresden ah, hei der diese Anelidote sich traditionel] erhalten.

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