Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 5)
- Language
- German
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398 Receasionen und Anzeigen. lernt sein! — Hr. Szanto schildert nun in den treffendsten Zügen das in Oesterreich herrschende Beaufsichtigungs-, Deprimirungs- 11. Einheitsstreben, das Alles controlirendeÜniformirungssystem0); Manches, was dieser Aufsatz über Schulen bringt, verdient auch in nichtösterreichischen jüd. Kreisen Beachtung. Wir heben folgende Stelle heraus: ,,Die Juden ziehen die schlechtesten christliehen Schulen den besten jüdischen vor. Sielassen sich Schimpf, Schmach, Hintansetzung gefallen, wenn sie nur die Ehre haben können, dass ihnen Niehtjuden Uiiehre anthun. In den unteren Volksschulen durchziehet das religiöse Element wie ein rother Faden alle Lehrfächer u. 8. w.; thut nichts, die Juden drängen sich dahin! Es bestehen Instructionen, die dem unbefangensten christlichen Lehrer gar bedenkliche Ansichten über Judenkinder erwecken müssen. Thut nichts, die Juden drängen sich dahin! — Warum? Ich mag und will das Warum nicht durchdenken. — Es gibt allerlei Naturen; es gibt Nachtfalter, die just in Feuer und Flamme mit Gier hin einflattern, worin sie gar jämmerlich verkommen." Wie viele Eltern in allen Ländem sollten sich dieses gesagt sein lassen! Der Aufsatz ״Juden in Österreichischen Strafanstalten von G. Wolf" bringt sehr interessante statistische Notizen über das Verhältnis^ der jüdischen Verbrecher, in Oesterreich zu denen der Gesammtbevölkerung, sowie über die Arten der Verb reeben. — Es folgt nun ״Ehrenhalle österreichischer Juden" und ״Nekrologie"; beide Aufsätze vom Herausgeber. — Ueber ״Briefe, die neueste jüdische Literatur betreffend (seit Ende Mai 1860), von Dr. B. Beer" zu berichten, fühlt der Unterzeichnete sich ausser Stande. Es ist hier der Schwanengesang des seinen Freunden und der Gesammtliteratur so schmerzlich Entrissenen,, eines Gelehrten, der Wissen und Herzensgute in seltenstem Masse verband, und dessen Verlust mit tiefer Betrübniss erfüllt. Begnügen wir uns hier nur zu sagen, dass in diesen tief durchdachten Briefen dasselbe reife, prüfende Urtheil, verbunden mit ungemeiner Milde, wie in den früheren be- Der von oben an gestrebten Massregelung schuldet auch Oesterreich wahrscheinlich seine neueste, das Auge beleidigende und bis zur Unkenntniss entstellende ■Orthographie, wie Filosof, Fiiosoüe, Fysiologic, wol n. dgl.