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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 376

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens
Date
1861-01-01
Page
Seite 376 (sequence 16)
Language
German
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376 Pie Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. zungen, die im Leben nie zur Geltung kamen, wieder zur Geltung zu bringen, so strebt doch der grösste Theil, die Lehren der Menschlichkeit zu verkünden. Zwischen Bürger und Jude hat aber entschieden eine Vereinigung und Verbrüderung stattgefunden, die feindlichen Elemente haben ausgetobt oder sind dem Verlöschen nahe, und in Liebe stehen sie sich zur Seite und fördern das Wohl und das Gedeihen des Staates, in dem sie leben. (Beilagen folgen.) Die LeichenfeierlichkeHen im nachbibl Judenthume. Von Dr. J. Perles. (Fortsetzung und Schluss.) Die Könige wollten noch in ihrer Todtentraclit an ihre vergangene Grösse erinnern. So wurde Dero des auf einer goldenen, mit zahlreichen kostbaren Steinen besetzten Bahre getragen. Decke und Gewandung waren von Purpur. Auf dem Haupte war über dem Diadem die goldene Krone befestigt und in der starren Rechte bemerkte man das königliche Scepter (Jos. Ant. XVII, 9, 3; de bello jud. I, 33, 9). Das Gesicht der Leiche wurde ursprünglich nur in solchen Fällen, wenn die Gesichtszüge entstellt waren, später in allen Fällen,'mit der alleinigen Ausnahme eines Bräutigams, verhüllt (Moed K. 27a; Semach. c. VIII). Die Leiche lag im Sarge mit aufwärts gewandtem Gesichte, auf die Brust gefalteten Händen und lang*gestreckten Beinen. Eine abwärts gerichtete, sitzende und zusammengekauerte Lage (קמצוץ) der Leiche widerstrebte der allgemeinen Sitte22). Die Kopfhaare scheint man gewöhnlieh ab geschoren zu haben (Moed K. 8 b), von den im Brautstände verstorbenen Mädchen wird dies ausdrücklich bemerkt (Semach. c. VIII). Frauen pflegten ihre Haartouren testamentarisch bestimmten Personen zu vermachen (Arachin 7). Ausser der Kleidung wurden den Todten nach dem Vorgange der Nachbarvölker verschiedene Gegenstände, die sie 22) B. Batli. 73b—74a.; b. Nasir 65a; jer. Xasir IX, lial. 3: איזהו מושכב כדרכו רגליו מפושטות וידיו מפושטות — קמצוץ מהו ראשיהם בצד טרגלותיהם. .

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