Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Aus der Vorzeit
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829262-2829272-2857973--06282-2858018- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Notizen. 358 ״lettres historiques,“ unter dem Vorwand, eine erlittene Unbill an den Juden rachen zu wollen, rotteten sich zusammen und zerbrachen mehr denn 300 Laternen in der Nähe der Burg, ohne dass Jemand sie hindern konnte. Sie nahmen auch alle Fackeln weg, welche die Lakaien trugen. Die Zahl der Meuterer stieg durch die Populace, die sich ihnen anschloss, der« gestalt, dass das Garnisonregiment in der Burg und die Stadt״ wache Feuer auf sie geben musste. Sieben fielen, eine grössere Zahl ward verwundet und gefangen. Was am nachdrück״ liebsten war, war das, dass man mehre Ungarn und Bayern unter den Gefangenen betraf. Sie waren mir Degen, Pistolen und Keulen bewaffnet. Um den weiteren Unordnungen vorzubeugen, fand man für rathlich, die ganze Bürgerschaft zu be״ waffnen, denn die Populace in den Vorstädten hatte sich ebenfalls zusammengerottet und ein schönes Haus und Garten, die einem Juden gehörten, geplündert. Von da waren die Meuterer, an 1000 Mann stark, nach Nussdorf gezogen, wo sie das Haus eines andern reichen Juden geplündert hatten, und sie würden es ganz ausgeraubt haben, wenn sie nicht von 50 Beitern, die man hinschickte, behindert worden wären. Man liess nun Dragoner kommen, die ausserhalb der Stadt cantonirten. Auf die Hauptposten der Stadt wurden Garden gestellt. Den Bürgern ward angesagt, Abends 4 Uhr ihre Häuser zu schliessen, zwei Tage lang hielt man die Stadtthore gesperrt. Nichtsdestoweniger hatten die Studenten die Dreistigkeit, ihre Kameraden durch Anschläge wissen zu lassen, dass sie säinmtlich sich den 20. oder 21. Januar auf den Rendezvousplätzen bewaffnet einfinden sollten. Sie konnten aber ihre Drohungen nicht ausführen. Die Malcontenten benutzten jedoch die Gelegenheit, machten verschiedene Streifzüge durch’s Land und trieben bis unter die Thore von Wien Contributionen ein. (Vehse, Geschichte des österreichischen Hofes u. Adels, m Thl. Hamburg 1852.) ־ Im Juni 1723 erregten auch die Studenten zu Trier' einen gefährlichen Aufstand wider die Juden. Sie hatten sich mit Hunderten rottirt, plünderten und schlugen drein, affichirten aufrührerische Zettel, die Studenten zu diesem Tumult mit Waffen zu erscheinen einladend, auch die Juristen zur Theilnahtne auffordernd, welche aber in diese ,,weitaussehende Händel“