Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Nachricht] / Frankel, Zacharias
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Nekrologe י ׳ * Nekrolog; Am. 1. Juli endete das Leben eines der edelsten Mensehen: Dr. Bernhard Beer zu Dresden verschied ah diesein Tage nach kurzem Krankenlager. Bei Männern; die wie dieser Treffliche von nahe und fern gekannt, von nahe und fern geschätzt wurden, dabedarf es nur der Trauerkunde, und es wird tiefer Schmerz in Unzähliger Herzen geweckt, ruft die einfache Mittheilung des Hintrittes die lebhafteste Erinnerung an den vielfach erlittenen Verlust wach. Die Verdienste des Verstorbenen in ihrem Umfange hervorzuheben, gestattet nicht der noch neue Überwältigende Schmerz, und bedarf es überhaupt des Geltendmachens der Verdienste bei einem Leben, das so reich• an den edelsten Zierden des Geistes und des Herzens war? Wird von der einen Seite begonnen, 80 bricht. zugleich das Bild seiner Leistungen vyn einer andern Seite hervor; wird von ihm erzählt, was er seiner Gemeinde, so wird diese •Erinnerung verdrängt durch das, was er .seinen . Glaubensgenossen gewesen; was er• geleistet als Mensch, als Israelit, als Kämpfer für B,echt und •Wahrheit, als besohnener Forscher, der mit unablässigem Forschungsgeiste' den tiefsten innigsten Glauben verband, wie sein Leben den seltensten Verein des Wissens und der innigsten Herz.ensgüte bildete. Nur einzelne Züge können bezeichnet, nur in einem Lobe sein Wirken zusammengefasst werden. Der edle Verblichene ging in dem rastlosen Wirken für' den Glauben seiner Väter und in der ununterbrochenen Thätigkeit für seine Gemeinde auf. ׳ Die gedrückten Rechts- Verhältnisse der Juden in Sachsen waren bis noch vor drei Decennien sprüchw örtlich; ׳ der Verstorbene, von frühester Jugend von tiefstem Unwillen über diese unwür- •digen Zustände erfüllt-, hatte ׳ es sich zur Lebensaufgabe gemacht, mit allen ihm zu Gebote stehenden, geistigen Mitteln eine bessere Zukunft herbeizuführen, mit geistigen Waffen gegen Vorurtheile und die jämmerlichen Ausgebürten der Intoleranz'anzukämpfen, mit ihnen an den Pforten der Mächtigen und Volksvertreter änzupochen und seinen Brüdern Eingang zu verschaffen. Und er ermü-