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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 7 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 7
Article
Aus der Vorzeit
Date
1861-01-01
Page
Seite 280 (sequence 7)
Language
German
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280 Notizen. düng der Chaberwürde. Als einst dieser Rabbiner einer Landesversammlung jüdischer Abgeordneten zu Schwaan beiwohnte, suchte ein Mann, Namens Chajim Gumpertz aus Biitzow, dadurch sich ein Verdienst zu verschaffen, dass er, im Lande umherreisend, bemittelten Juden drohte, sie dem Landrabbiner als Chaber vorzuschlagen, wenn sie ihm nicht einen Gulden geben würden. Dies thaten denn nun auch Mehre, um damit' der mit dem Chabertitel verknüpften grösseren Unkosten überhoben zu sein. (Siehe Tychsen, Bützower Nebenstunden, VI. Thl.) Ein jüdisches Gemeinde-Tanzhaus. Unsere Alten waren ״trotzalledem" nicht so griesgrämisch und allen Vergnügungen abhold, als man allgemein anzunehmen geneigt ist. Auf sich selbst beschränkt, waren ihre Belustigungsmittel nur weniger geräuschvoll, weniger grossartig, weniger ausgedehnt, als die ihrer christlichen Mitbürger, mit denen sie übrigens nicht selten hierin auch gemeinsame Sache machten. Im Jahre 1290 petitionirten die Juden in Augsburg um die Erlaubniss, ein eigenes Tanz- und Badehaus erbauen zu dürfen, und war der Magistrat dem Gesuche auch nicht entgegen. (Siehe Stetter, Augsb. Geschichte, I. Bd., S. 81.) Die erste Judenglocke war zu Prag. Als nämlich der schwedische General Graf von Königsmark die kleine Seite der Stadt Prag sammt dem Schlosse einnahm, hatten sich die Juden daselbst tapfer gewehrt und den Schweden so grossen Widerstand geleistet, dass sie diesen Theil der Stadt nicht einnehmen konnten. Zur Belobimng verlangten und erlangten sie eine kleine Glocke, deren sie sich bedienten, wenn die Juden zu irgend einer Berathung ihrer Angelegenheiten zusammentreten wollten. (Siehe Beschreibung des Auszuges der sämmtlichen Prager Judenschaft aus Prag, den 21. Febr. u. 3. Martii 1745, S. 6.)

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