Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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235 Reeensionen und Anzeigen. Auf diese Weise war also daswas so bestimmt und wiederholentlich als Befehl Gottes nach den oben angeführten Stellen angeordnet und befolgt ist, dennoch gänzlich umgangen worden, indem die zum Aussterben in der Wüste Verurtheilten doch wirklich nach Palästina einzogen und sich dort ganz gemüthlich niederliessen. ' Wir wollen indes8 dem Verf. die durch seine mühsamen, durch eine sehr sauber gezeichnete Karte vor Augen gestellten Forschungen verdiente Rücksicht zuwenden, und seine Motive hier vollständig mittheilen. . Folgen wir zunächst lediglich den biblischen Nachrichten, so blieb das Volk, nachdem der erste Angriff durch die Emoriter zurückgeschlagen war, nach 5. Mos. 1, 46 lange Zeit zu Kadesch, dann zog man nach der Wüste in der Richtung nach dem Schilfmeere, sodann umzog man lange Zeit das Gebirge Seir, bis dann endlich, im vierzigsten Jahre (5. Mos. 2, 7) der Befehl erfolgte, nordwärts an den Edomitern (V. 4), sodann an den Moabitern vorüberzuziehen (V. 18), und an dem Bache Amon mit der Eroberung der ostjordanischen Landschaft den Anfang zu machen (das. V. 24 ff.), nachdem von den dortigen Fürsten der friedliche Durchzug verweigert worden (V. 26 ff.). Dies stimmt, der angegebenen Zeit nach, in welche auch der Tod Aharon’s fiel, mit dem Lagerverzeichnisse (4. Mos. 33, 37 ff.) überein. Der Verf. jedoch nimmt 8. 68 gegen jene ausdrücklieben Angaben an, Moses habe zu Kadesch nur überwintert und dann sogleich ״noch ein anderes Rettungsmittel" versucht, nämlich den Durchzug durch Edomäa und Mo ab; die Gesandt- Schaft an diese Völkerschaften sei also schon damals, nicht erst, wie aus 4. Mos. 20 hervorgehet, im 40. Jahre erfolgt. Den Beweis dafür findet der Verf. Richter 11, 16. 17, wo es heisse: ״Als sie heraufzogen aus Aegypten — äussert Jephtha nochmals —;״ da wand er te Israel durch die Wüste bis an das Schilfmeer (?) und kam gen Kadesch. Da sandte Israel Boten an den König, von Edom und sprach : Lass mich doch durch dein Land ziehen!, Aber, der König von Edom hörte nicht. Und auch an den König von Moab sandten sie,' und er wollte nicht. . Und so blieb •Israel zu Kadesch." Diese Worte — meint der Verf. — lassen nicht den geringsten Zweifel über die Richtung, welche Moses nach dem Unfälle bei Zepliath von Kadesch aus zu nehmen gedachte. Der Verf. spricht sich nicht klar aus; das ihn Bestimmende