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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 6 · p. Seite 213

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 6
Article
Über den Verfasser des Nischmath und das Alter der Piutim
Date
1861-01-01
Page
Seite 213 (sequence 2)
Language
German
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und das Alter der Piutim. 213 אתן תדלה von R. Jakob Tarn zugeschrieben wird. Herr Grätz, nachdem er die *Sage angeführt, dass der Apostel Petrus ein Piut-Dichter gewesen sein soll, fährt dann fort: ״Simon Kephas ist aber keine .Mythe, sondern, der Name eines j üdischen Po et an. Pr kömmt unter dem richtigen Namen Simon b. Kaipha als Verf. eines anderen Gebetes vor, Herz Treves in seinem kabbalistischen Tephiläcommentar tradirt gelesen zu haben, Simon b. Kaipha. sei der Verf. des Gebetes Nischmath: :נשטת מצאתי י בי י שמעון בן■ כיפה יפדלי״א שטעון בן שטח. Auch meinem handschriftl. Thephila-Comm.entar (nach dem Ritus von Troyes) kommt dasselbe, vor: ■נשטת: ׳שמעתי טד.יהודה בר'־ יעקב שלבי שמעון בן כיסא יסד נשמת ער מי ידמה לך (Mittheilung des Hm. Kirchheim). Eis ist zwar gar nicht daran zu denken, dass derselbe das genannte Gebetstück componirt hat,, denn es war schon in der tanaitischen Zeit vorhanden (vgl. Pesachim p. 118a) und wurde בלבת השיל genannt. Allein jedenfalls ist es sicher, dass es einen Dichter, einen Poetan, Namens Simon b. Kaipha gegeben hat, und demselben schrieb R. J. Tarn aus alter Tradition die Abo da אתל כוננת zu. Ein Späterer nahm Veränlassung, von der Identität dieses Namens mit Simon Kephas oder dem Apostel Petrus die Erzählung zu conjecturiren, derselbe־ habe in• diesem Piut den Widerruf seines .christlichen *Bekenntnisses und seinen Abfall von der Christuslehre bekunden wollen. Sicherlich .entstand aus dieser schlechten Conjectur die Sage, dass Petrus־ .ein Poetan gewesen u. 8. w.6•‘ — Wir wollen hier gar nicht besonders erst hervorheben, dass Herr Grätz nur dann’ mit solcher Gewissheit hätte seine Behauptung aufstellen könneh, wenn es ihm. gelungen‘wäre, das Alter des Pseudepigraphi’s תולדות ישו, das vielleicht bis zum 6. und 7. Jahrhundert hinaufreicht, worüber aber derselbe stillschweigend hinweggeht, festzustellen. Es,sind dies'Fragen, die bisher von jüdischen Gelehrten aus gewissen Rücksichten gänzlich umgangen, wurden, und deren Lösung erst von der Zukunft erwartet werden kann, da zuvor die ältesten Manuscripte der genannten Toledot sorgfältig edirt werden müssen. Wir erinnern nur,, dass schön die ältesten Kirchenväter, Justin und öfigenes contra C'elsum Schmähschriften gegen Christus gedenken, und dass die Gnostiker Gebete, Psalmen und Piutim, religiöse Gedichte, fabricirt haben, die den Aposteln u. dgl. in den Mund gelegt wur-

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