Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beiträge zu einer Einleitung des Talmud
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829262-2829269-2857803--06096-2857820- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
206 Beiträge zu einer Einleitung in derb Talmud; diesen, wie oben erkannt wurde, ursprüuglichenForuiationen. der Talimidtraktate, geforscht; dis Studium beschränkt sich■t hier dem grösseren Theile nach auf traditionelle Interpret ׳ tation der Mischna1). — MngegeMliat die fünfte Mischna- Ordnung (Ködascliim), obschon sie einem bedeutenden׳ Theiie nach von Opfern, einem durch das Bestehen des Tempels bedingten Stoff handelt, dennoch fast durchgehends, mit Ausnahme von Middot und Kirinim (vgl. weiter), Talmudtraktate. Einige der indieser Ordnung behandelten Materien finden zu jeder Zeit und an jedem Orte Anwendung (Chulin, Bechqrot dem grössten Theile nach, Erachin zum Theile); aber auch׳ die zumeist Opfer und an sie sich Anschliessendes besprechenden Mischnacomplexe (Sebacliim, Menachot, Temura u. a.) haben ausführ־ liehe Talmudtraktate, wahrscheinlich •weil nach dem bekannten Midrasch das Stadium der Opfergesetze die Stelle der durch das zerstörte Heiligthum, nicht mehr darzubringen den Opfer vertritt. Das Studium der Opfertraktate wurde übrigens in Babylon schon vor Rab’s Ankunft daselbst mit vielem Eifer gepflegt. Rab kam in den Tagen des Emorai Samuel nach Babylon (vgl. Schabbat 108a); aber schon der Vater Samuel’s stellte an diesen seinen Sohn, und wie es scheint in dessen Kindheit, Fragen, die auf ein schon lange angebahntes und daher in fernliegende Untersuchungen sich ergehendes Studium schliessen lassen (Sebacliim 26a).’2) נ) Aehnliches zeigt, wie Hodegetik S. 317 nach gewiesen wurde, die nachtalmudische Zeit. 2) Es wurde schon oben darauf aufmerksam gemacht, dass Rab zwar als der Stifter der Akademien zu Babylon zu betrachten ist, das Studium aber schon früher daselbst in manchen Kreisen heimisch war. Als dessen früherer Vertreter ist neben R. Scliila (Joma 20b) und vielleicht dem alten Rescli Goluta R. Huna j. T. Kilajim c. 9, Aba, der Vater Samuel’s (vgl. Chulin 113b), zu nennen. Sogar aus Palästina gelangten Anfragen an ihn (Baba Mezia 90b). — Den Beweis, den man aus Chulin 110: רב איקלע לטטלפוש שטעה לההיאאיתתא דקאמרה י לחבירתה ריבעא דבשרא כמה חלבא בעי לבשולי für die in Babylon herrsehende tiefe Unwissenheit zu bringen vermeint; ist, abgesehen davon, dass hier das Studium in gewissen Kreisen nicht verneint ist, auch schon an sich nicht schlagend, weh, wie es der Sinn ergibt (und wie