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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zu einer Einleitung in den Talmud
Date
1861-01-01
Page
Seite 187 (sequence 2)
Language
German
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Beitrage zu einer Einleitung in den Talmud, 187 deten Geist genügt, dann drängt die zum Bewusstsein gekommene wissenschaftliche ־Reflexion zur Erörterung mancher Fragen, die auf anderen Gebieten der Einleitung, in die betreffende Doctrin einverleibt und , dem Studium vorangesandt werden. Um nun zum klaren Bewusstsein der Aufgabe einer Einleitung in . den Talmud und deren Umfang zu gelangen, möge vorerst zu einer genauen Definition des Talmuds nach der formellen Seite geschritten werden. Der Talmud bildet tlieils einen integrirenden Theil der Mischna, theils ein grosses Sammelwerk der Meinungen früherer und späterer nachmischnisehen' Autoren (Emoraim). Als integrirendkr Theil bauet er die Mischna aus, ergänzt, was in ihr nur angedeutet ist und fügt Manches hinzu, wofür sich mitunter in der Mischna auch nicht eine Andeutung findet. Die Mischna in ihrer gegenwärtigen Gestalt zeigt die unverkennbare Absicht ihrer Redactoren, die Gesetznormen, wie sie sich theils durch Ueberlieferung, theils durch Discussionen der Akademien und der an ihnen wirkenden Lehrer herausgebildet, in einem abschliessenden Werke niederzulegen1 2.); die Motivirung der Normen (Halachot) wird selten hervorgehoben, die etwa dieser oder jener Norm gegenüber stehende Meinung früherer Lehrer nur da, wo sie von besonderem Gewicht'־*). Der Talmud theilt häufig die Quelle der in der Mischna gegebenen Haiacha mit, zeigt, wie sie sich zur Norm gestaltet, führt die abweichenden Meinungen und die Discussionen der Tanaim (der bis zur Zeit .der Redaction der Mischna lebenden Lehrer)3), theils aus den uns noch erhaltenen Werken Tosefta, Mechilta, Sifra,. Sifri4), theils aus dem Munde mit Wiederholung alter Halachot sich zumeist beschäftigender Männer und anderer Lehrer5) an. Der Talmud bringt aber auch manche frühere in der Mischna ganz vermisste Haiacha, die entweder der eigentliche und letzte Redacteur der Mischna — R. Jehuda Hanasi — in der Voraussicht, das Werk würde zu sehr an Umfang gewinnen und sich hierdurch zu einem נ) Ygl. Frankel, Hodegetik in die Mischna 6. 208, § 2. 3. — lieber die Redactoren der Mischna das. S. 210 f. 2) Das, S. 269 f. 3) Der Redacteur der Mischna ist unter den Tanaim ein geschlossen. 4) Vgl. Hodegetik308 .8 ־ f. 5) Das. S. 113.

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