Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Ansichten altgriechischer Weisen im Talmud
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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148 Ansichten altgrichischer Weisen im Talmud. tele8 Schriften anführe, wonach Anaxagoras die Thatsache:, dass der Schall sich bei Nacht besser hören lasse als bei Tage, daher zu erklären suche, weil bei Tage die von der Sonne erwärmte Luft zischt und rauscht, sie aber bei Nacht in Ruhe ist wegen des fehlenden Wärmestoffs. Dasselbe wolle auch R. Levi in der. erwähnten Talmudstelle sagen. — Ich erlaube mir Diesem noch Folgendes hinzuzufügen. Plutarch hat in seinem Symposiakon, Buch VIII, eine besondere Abhandlung über das Thema, warum' ein Schall zur Nachtzeit vernehmlicher sei als bei Tage. Nachdem der eine Grund, weil der Tag durch Wärme und Verdünnung der Luft die Atome zu sehr auseinander treibe, widerlegt worden ist, wird die Meinung des Anaxagoras angeführt. Dieser sagt: ״Die Luft werde von der Sonne in eine zitternde und schwankende Bewegung versetzt, wie man schon aus jenen kleinen Körpern oder Staubtheilen, die im Sonnenschein herumtreiben und von Einigen xilai genannt werden, ersehen könne." Von diesen Sonnenstäubchen behauptet Anaxagoras, ״dass sie bei der Wärme ein gewisses Zischen und Geräusch verursachen, und dadurch bei Tage die Stimmen unvernehmlicher machen; des Nachts aber höre ihre Bewegung ganz auf, folglich auch das damit verbundene Gerausch." — Die Worte des Talmuds;והאי הירגא דיומא לא שמיך beziehen sich unfehlbar auf die xilca, welches Wort mit Weglassung der ersten Silbe xi gewissermassen durch לא paraphrasirt wurde, weil jene Stäubchen in Nichts sich auflösen. Gr ätz hält, wie es scheint mit Recht, in seiner Gesch. der Juden IV, Anm. 31, den אבנימוס oder נימוס הגרדי? mit welchem R. Meir verkehrte, für identisch mit dem Pythagoräer Numenius, weiss aber das Epitheton הגרדי nicht zu erklären. Mit diesem Epitheton dürfte es aber folgende Bewandtnis8 haben. Der.Name Pythagoras wird von einigen älteren Autoren daher abgeleitet, dass er wie der pythische Apollo immer die Wahrheit geredet habe, also von Ttv&cog und ayoQctgsiv oder ccyoQCid’cu, in einer Versammlung reden (vgl. Krug, philos. Lexicon 8. h. v.). — Es ist nun möglich, dass man bei den Juden die erste Silbe jenes Namens nw-A, als Bezeichnung einer עבודה ורה? weglies8^ und anstatt Ttv&ayoQsios blos ayogeiog sagte, welches in הגררי verstümmelt wurde. Dr. B. Beer.