Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
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132 Geschichte der Juden. drang. So wurde im Jahre 1516 die .Wittwe eines gewissen Cord Schotmann, ohne vorher vor dem Vogte verklagt worden zu sein, vor einem geistlichen Gerichte vernommen und mit dem Banne belegt, obwohl sie.sich erboten hatte, einem richterlichen Erkenntnisse sich zu unterziehen. Diese Thatsache wurde durch zwei. Juden, Phibes und Menneke auf der Neustadt, dem Herzoge Erich I. hinterbracht, der hierauf dem Bürgermeister und Rathe zu Hannover Vorstellungen machte, darauf hin wies, dass er als Landesfürst und oberster Richter nicht gestalt ten könne, dass Jemand so unförmlich der Gerichtsordnung zuwider tribu'lirt werde und verlangte, dass mit der Frau, der ihr Recht nicht־ vorenthalten werden dürfe, gehörig verhandelt und den Juden ohne Entgeltung Absolution ertheilt werde1). Dass man auch hier wie an andern Orten allerlei Versuche machte,' die Juden von ihrem Glauben ab zubringen und sie dem Christenthume zuzuführen, beweist die Thatsache, dass der im Dienste der Reformation so überaus thätige Dr. Urbanus Regius, den Herzog Ernst zu Lünebürg vom Reichstage zu Augsburg mit in die Heimatli gebracht und zum Hofprediger und General- Superintendenten imganzen Lande Lüneburg ernannt hatte, wie in andern Ortschaften, so auch hier in Hannover im Jahre 1533 die Juden zum Christenthume zu bekehren versuchte. Er hatte sich zu diesem Zwecke häufig in die in der Judenstrasse gelegene Synagoge begeben und, wie zwei Jahre später in. Braunschweig, so auch hier aus der bekannten, zu demselben Zwecke oft benutzten Stelle Gen. 49, 10 den Juden zu beweisen gesucht, dass der Messias bereits gekommen sei. Allein er fand, wie begreiflich, kein Gehör und soll, wie Red eck er in seinen historischen Collectaneen von der königlichen und churfürstlichen Residenzstadt Hannover p. 441 mittheilt, sogar der Rabbi, wahrscheinlich über die rücksichtslose Belästigung• des genannten Proselytenmachers entrüstet, einst in der Synagoge zu ihm. gesagt haben:׳ ג) Siehe Beilage III