Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erklärung des vierunddreissigsten Kapitels im Jecheskeel
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 2)
- Language
- German
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.112 Erklärung des 34.■.Kap. im Jecheskeel. ׳ Forschung wohl zu überwinden, wenn nicht der geschichtliche 'Hintergrund der Reden JecheskeePs, d. i. die ersten Zeiten des babylonischen Exils, in so tiefes Dunkel gehüllt־ wäre. Welches war das Geschick der ersten Zehntausend, die Nebukadnezar nach der Entthronung Jojachin’s fortgeführt hatte? Ausser Jecheskeel selbst haben wir keine geschichtliche Quelle darüber, und so weit wir aus dessen Reden schliessen können, welche in die Zeit zwischen der Fortführung jener ersten Golah und der gänzlichen Zerstörung des Reiches Juda fallen, muss die Lage der ersten Verbannten eine ziemlich günstige gewesen sein. Die Sünden Israels und der andern dem babylonischen Reiche feindseligen Völker, wie Egyptens, Tyrus u. s. w., sind fast der einzige Vorwurf der JecheskeePschen Reden in diesem Abschnitte, und der Sieg Nebukadnezar’s über die ihm widerstehenden Völkerschaften wird sehr oftmit einem gewissen freudigen Triumphe prophezeiet, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn nicht Israel oder ־wenigstens die babylonische Gefangenschaft Ursache gehabt hätte, diesen 'Sieg zu wünschen. Dass die Golah in enger Verbindung mit dem Mutterlande stand, dass man von dessen Schicksalen und sogar von dessen Bestrebungen in Babylonien genau unterrichtet war, beweisen ־ die Bücher Jecheskeel und Jirmejahu an vielen Stellen. (Jirm. c. 29, besonders v. 25—30. Jech. c. 4—8, c. 11, bes. v. 15, c. 12, c. 17, c. 18 vgl. mit Jirm. c. 31, 29—30 u. a. St.) Näheres aber und-Genaueres über die Stellung dieser Kolonie suchen wir vergebens in der heiligen Schrift, denn das Buch Daniel bietet uns des Geschichtlichen doch nur wenig, und so sind die Erklärer Jecheskeel gegenüber meist in der misslichen Lage, die Geschichte aus den Reden heraus und die Reden in die so gewonnene Geschichte hineinlesen zu müssen. Doch noch viel dunkler wird die Geschichte von ״dem Tage des Dunkels und Unwetters," von der Zerstörung des Tempels ab, d. i. die Geschichte der gesammten jüdischen Golah in Babylon, und mit diesem geschichtlichen Dunkel wird auch der Prophet immer dunkler,, obgleich der sprachlichen Schwierigkeiten von c. 34 ab nur wenige sind, mindestens nicht mehr als in den früheren Reden. Hier müssen nur Muthmassungen an die Stelle der Geschichte treten, und diese Muthmassungen mögen hier in Kürze der Erklärung des c. 34 voran gehen. Wenn