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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 2 · p. Seite 48

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 2
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 48 (sequence 8)
Language
German
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48 Lewi ben Gereon (Gersonides) desherren die bildungsfreundlichereil Grafen von Provence, die damals zugleich Könige von Neapel15) waren, und die Päpste, die 1309 ihr sogenanntes Exil in Avignon angetreten hatten. Es ist bekannt, dass die Päpste im Mittelalter die Juden häufig gegen die Grausamkeit christlieher Könige und christlicher Völker in Schutz zu nehmen hatten. Und da wir von Clemens V., der von 1309 bis 1314 in Avignon residirte, wissen, dass er bereits auf der Höhe stand,׳ nur durch Unterricht auf die Juden wirken zu wollen10), dagegen in der grausamen Verfolgung der Pastouroux, so weit er es im Stande war, für die Juden eintrat, so dürfen wir annehmen, dass Gersonides gerade wegen seines Aufenthaltes theils in der Residenz der Päpste, theils in einem Gebiete, auf das die Päpste Einfluss hatten, verhältnissmässig weniger den Unbilden der Zeit persönlich ausgesetzt war. Doch wissen wir freilich, dass es in jener Zeit auch in päpstlichen Staaten Monatsschrift a. cl. a. St. — Sein Aufenthalt in Avignon ist ersichtlich aus der von Carmoly (ia France israelite s. n. Lewi ben Gerson) mitgetheilten Nachschrift zu den drei letzten Büchern des Pentateuch-Commentars: והיתה השלמתו ב״כג לירח שבט של שגת תשעים ושמנה לפרט האלף הששי פה בעיר האזוב וכו׳ צריך לדקדק כל זה הספר כי עשיתי בעורי בעיר אביניון בנחץ גדול בזולת ספרי•התלמוד. Der Mangel an Talmudexemplaren in Avignon erklärt sich vielleicht aus dem von uns im Text Mitgetheilten. 15) Vergl. über Robert von Neapel: Schebet Jelmda No. 14. Emek Habacha ecl. Wien S. 62, wo von Luzatto die falschen Namen korrigirt sind. Doch erklärt sich die falsche Angabe des רשבט יהודח dass Robert in Jerusalem war, aus der Thatsache, dass die Könige von Neapel aus dem Hause Anjou Rechte auf Jerusalem hatten und deshalb den Titel Könige von Jerusalem führten. Vergl, ferner Znnz, Analekten in Geiger’s Zeitschr. Thl. II, der daselbst von Kalonymus ben Kalonymus sagt, er habe einen grossen Theil seiner Hebersetzungen im Aufträge König Robert'8 verfasst. Uebrigens ist mir nicht unbekannt, dass das kleine Fürstenthum Orange eigene Fürsten hatte, nur dass diese erst im 15. Jahrhundert die Souverainetät vom König Renatus von Sicilien als Grafen der Provence erkauften. 16) Clemens V. verordnete, dass in den Akademien die drei Sprachen Hebräisch, Arabisch und Chaldäisch gelehrt werden sollten zu Zwecken der Bekehrung. Clementin. Vol. V. tit. de Magistris caput I. Inter sollicitudines.

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