Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 6)
- Language
- German
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46 Lewi ben Gerson (Gersonides) aüsser der hebräischen, in der er alle seine Werke abfasste, und der Landessprache, der provencahsehen, die er bisweilen zur Erläuterung von Bibelwörtern herbeizieht, mit Sicherheit nur die Kunde der arabischen zuzuschreiben, obwohl auch hier das Nass seiner Bekanntschaft sich nicht bestimmen lässt T). Dagegen scheint er des Lateinischen unkundig gewesen, diesem Mangel jedoch, wo und soweit er ihm fühlbar wurde, durch Gebrauch von Uebersetzungen begegnet zu sein &). Doch dürfte es jetzt Zeit sein, zu .seinem Leben und seinen Werken überzugehen. Lewi ben Gerson wurde gegen Ende des 13. Jahrhuriäerts in Bagnol geboren, und ist daher von Geburt Proven^ale, wenn man sich des Namens der Provence in dem weiten Sinne bedient, in welchem er in der That bis gegen Ende des 13. Jahrhunderts allgemein gebraucht wurde 7 8 9). Auch in jener Zeit übrigens noch war in der Provence geboren zu sein ein glücklicher .Umstand für einen befähigten Kopf, obwohl die provencalische Kulturblüthe durch den versengenden Hauch des Fanatismus 7) Eine solche mindestens oberflächliche Bekanntschaft ist zu ersehen aus Pentateuch-Co mm ent. (נח) S. :21b:' הה מבואר למי שיעתק טיפשון הגרי ^שון הקדש", aus Pentateuch-Comment.(מקץ)• s. 47:: ונחיה ולא נמות, הוא על דרך צחות ובלשון נהוג מאד בלשון הערב und aus ahnliehen Stellen. 8נ Miidiamot s. 8b: לפי מה שמצאנו ממה, שנעתק לנו מן הלשונות 4מן הנצרים Solche Gebersetzer aus dem Lateinischen macht Zunz namhaft. Siehe dessen Analekten in Geiger’s Zeitschrift Bd. IV. 9) Dass der Harne, unter dem. Gersonides der christlichen Welt bekannt war, Magister Leo de Bannolis ־war, bezeugt Paulus Burgen!8 und Reucldin. Siehe Wolf’s bibl. hehr. TM. 11׳. III. unter Lewi ben Gerson. — Was man unter dem Hamen der Provence im weiteren Sinne verstand, geht aus der histoire de Languedoc IV. in den Hoten S. 544 hervor. Dort heisst es: qne le nom de Languedoc pris en general a ete substitue ä la fm du 13. siecle a celiü de Provence, 'dont 011־ s’etait servi auparavant pour designer les provinces meri di anales du royaume*, c’est ä dire tonte la partie de la France׳ ou on parlait la langue Provencale par Opposition aux provinces septemtrionales, ou la langue francaise etait en usage et qu'on appelait pour cela pai's de Lan- . guedoil, de Langued’oui, ou la langue frangaise.;