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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 12 · p. Seite 475

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 12
Article
Israelitische Jahrbücher [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 475 (sequence 4)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 475 genden Nachträgen äußert. ״man würde dieses oder jenes nicht geschrieben haben, wenn diese oder jene Monographie früher erschienen, diese oder jene Quelle früher zugänglich gewesen wäre". Mit Freuden begrüßen wir daher das emsige Streben der Verf. der beiden uns vorliegenden Werke, welche die Geschichte der Juden in den wandern, in welchen sie während des Mittelalters als Ge״ duldete gelebt, gelitten und den Wissenschaften obgelegen hatten, zu ihrem Vorwurf haben: in Spanien und Polen. Spanien — wer denkt bei Nennung dieses Namens nicht sofort an Inquisition, Judenverfolgung und Vertreibung? Andererseits aber auch an die herrlichen Blüthen, welche der immer grünende Baum der jüd. Wissenschaft, nachdem er an den Ufern des Jordan, Euphrat und Nil, seine weitverzweigten, dichtbeblätterten Neste getrieben, hier, unter Spaniens gesegnetem Himmelsstriche, in den Gegenden vom Ebro bis zum Guadalquivir in üppiger Fülle getragen hat? Man thut diesem Lande Unrecht, wenn man es nur für eine Folterkammer der Juden hält, die Geschichte der Juden in Spanien hat, wie aus diesem neuen, nach den Quellen fleißig gearbeiteten Werke — das wir uns vorläufig begnügen , nach dem Eindrücke, den es auf den Leser macht,׳ zu beurtheilen, da wir dem Vers, in das spanische Quellengebiet nicht folgen können — hervorgeht, gar viele lichte Momente gehabt, um die wir sie jetzt beneiden könnten. Gab es hier Zeiten der tiefsten Erniedrigung und erniedrigendsten Schmach für die Juden, so gab es hinwiederum doch auch Zeiten der höchsten Erhöhung und der belohntesten Anerkennung ihrer Verdienste. Finden wir den Juden hier oft auf dem Scheiter- Hausen, so finden wir ihn doch auch zur Entschädigung auf dem Ministersessel, sehen wir sie hier zu Zeiten mit bcsondecn Erkenuungszeichen und Schandflecken an ihren Kleidern gebrandmarkt, so erblicken wir sie doch auch oft genug mit Anerkennungszeichen und Ehrenorden auf der Brust, wir finden sie zeitweilig zu Boden getreten, ״wie der Staub der Erde", und zeitweilig auf glänzenden Laufbahnen ״wie die Sterne am Himmel"; rathlose Könige und wankende Throne werden durch jüd. Rath- und Geldgeber gestützt. Jüdische Leibärzte an den Höfen der Könige und Großen find an der Tagesordnung, hätte man sich nur auch jüd. Seelenärzte gehalten und eine streNge Glaubensdiät befolgt, nimmer wäre es fanatischen Priestern und fanakisirten Königen gelungen , jenes Tribunal fluchwürdigen Andenkens zu schaffen, das diesem von der Natur gesegneten Lande für alle Zeiten den Stempel des häßlichsten

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