Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Israelitische Jahrbücher [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 474 (sequence 3)
- Language
- German
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474 ׳Recensionen und Anzeigen. Wir knüpfen hieran noch di« Anzeige des Prager Kalenders von Paschel es, in welchem wieder ein Aufsatz des bereits genannten Rabb. K l e m p e r e r: David der Gesalbte Gottes nach rabbinischen Quellen" vorzugsweise zu nennen ist. Der ״Rückblick aus das Jahr 1859" ist ebenfalls verdienstlich. Eine Beschränkung der zahlreichen albernen Witze wäre für die Zukunft wünschenswert!). ’ - I. Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. Erster Theil: Die Juden in Navarra, den Baskenländern und auf den Balearen, von vr. M. Kayserling. Berlin. Verlag von Julius Springer. 1861. II. Versuch einer Geschichte der Juden in Polen, von Herrmann Sternberg. Erster Theil. Wien, Rudolf Lechner's k. f. Um־ versttäts - Buchhandlung. 1860. Es Mangelt der jüd. Geschichtschreibung noch so sehr an gründlichen spezialgeschichtlichen Vorarbeiten, daß jeder noch so schwache Versuch auf diesem Gebiete, wenn er nur den streng wiffcnschaftlichcn Anforderungen genügt, dem jüd: Geschichtsschreiber ein willkommener Beitrag zur Gesammtgeschichte sein Muß. Man wundert sich oft, wie es kommt, daß bei unfern Geschichtschreibern der Eine oft das völlig negirt, was der Andere als unerschütterliche Hypothese hinstellt — und dies nicht nur bei kleinen, minutiösen Notizen, sondern nicht selten auch bei wichtigeren Thatfachen — und dem unbefangenen Leser, der diese und jene Geschichteliest; und der nur so viel gesundes Urtheil hat, daß er sich sagt? die Wahrheit könne nur eine sein, steigen leise Zweifel auf über die- Unparteilichkeit der Geschichtsschreiber. Wir wollen damit nicht gesagt haben, daß die Geschichtswerke verschiedener Verfasser sich völlig gleichen müssen, wir wissen vielmehr recht wohl, wie gerade die jüdische Geschichte wegen ihres größtentheils religiösen Charakters der subjektiven Auffassung unterliegt, aber diese Verschiedenheil der Subjektivitäten deä's sich nur auf die Gesammtausfässung. auf das Eolorit im Gauzen und Großen erstrecken, und nicht zu einem völligen contradiktorischen Widerspruch werden, unter dem die Fakta leiden, wenn anders der Leser nicht an beiden Auffassungen-irre werden soll. Die Ursache dieses Uebelstandes liegt in - dem- Eingangs ausgesprochenen Mangel an jüd. Specialgeschichte. Es bleibt dem jüd. Universalgeschichtsschreiber zu viel verw orrenerkritisch noch ungefichteter Stoff zu dmchdringen übrig, was sich denn auch in den vielen berichti-