Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Geographische Skizzen
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 4)
- Language
- German
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429 Wissenschaftlich« Aufsätze, Doch wir überlassen gern solche schwierige Untersuchungen kundigem Männern, denen wir unsere Hypothese zur Prüfung vorlegen. Weit bedeutender und interessanter ist für uns der Vergleich und die Zusammenstellung der Berichte des Josephus und des Talmuds über Cäsarea, worauf wir in unserem ersten Artikel nur flüchtig eingehen konnten. Bei der traurigen Berühmtheit und dem nachtheiligen Einflüsse, den diese Stadt als Sitz der römischen Procuratoren und überhaupt der römischen Regierung erlangte, ist es höckst wichtig den historischen, obschon nur fragmentarischen Nachrichten besonders der jüdischen Quellen von dem Neubau der Stadt durch Herodes bis zu deren Erhebung zur Hauptstadt Palästina's, Eapüt Judäa, zu verfolgen, da die Berichte sich zum Theil dadurch ergänzen lassen und der Geist des Volkes, wie er sich in der dichtenden Sage und Hagada kundgibt, am besten bcurtheilen läßt. / Von der Vortrefflichkeit der Lage und der Großartigkeit des Neubaus von Cäsarea entwirft Josephus (Alterth. XV. 9. 6 und jüd. Kr. I 21. 5) folgendes Bild: ״ Als Herodes einen Ort an der Meeresküste, ehemals Stratonsthurm genannt, als geeignet erkannte, um dastlbst eine Stadt zu errichten, ließ er sogleich den Plan derselben aufs Prächtigste entwerfen, baute die verfallenen Gebäude mit großer Sorgfalt aus Marinovfteinen wieder auf und schmückte den Ort mit den prachtvollsten königlichen Palästen re. aus; ja, was das schwerste und größte Werk war, er versah diesen Ort mit einem sehr sichern Hafen, der so groß war wie der Piräus u. s. w. Diese Stadt liegt in" Phönizicn, woran man auf der Fahrt nach Egypten vorbeischifft, zwischen Dora und Joppe; diese beiden Seestädte sind sehr den Stürmen des Südwindes ausgesetzt, die hier den Sand aus dem Meere an's Ufer schleudern und keine ruhige Landung gewähren, so daß die Kauflente hier gewöhnlich ins Meer Anker auswerfen müssen". — Wir erinnern hier, daß auch der Talmud Megilla 6 a deßwegen Cäsarea, die Tochter Edoms, d. h. des Jdumäers Herodes, zwischen den Sanden der Meeresküsten gelegen, nennt — und auch jetzt ist die ganze Küste mit Sand bedeckt. קסרי בת ארוס שישבה בין החולות {©. oben S. 227). " Um diesem Uebel, fährt Josephus fort, zu steuern, steckte Herodes für Len Hafen einen so großen Raum ab, als hinreichend war, große Flotten aufzunehmen, und ließ Felsstücke von ungeheurer Größe zwanzig Ellen tief ins Meer hinabsenken u. s. w." Dieser ganze Bau, den er zur Abwehr der ungestümen Meereswogen aufführen ließ, war 2üv Fuß breit; die eine Hälfte dieses Baues