Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Mosaisches Recht und Hindurecht
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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878 Mosaisches Recht und Hindurecht. Richter ermahnt in Gegenwart der Gottheit1)יי und im Beisein der Brammen, die Zeugen müssen ihr Gesicht entweder nach Mitternacht oder Mittag wenden. Bei Streitigkeiten über Grenzmarken müssen sie Erde auf ihr Haupt streuen, sich mit rochen Blumenkränzen schmücken und mit rochen Mänteln bekleiden. Ist der Zeuge ein Bramme, so redet ihn der Richter an mit ״Verkündige", einen Kshrtriya mit: ״Sage die Wahrheit", einem Vaisya ״vergleiche er den Meineid (falsches Zeugniß) mit dem Verbrechen des ״Stehlens" von Kühen, Getreide oder Gold; einem Sudra vergleiche er ״nach einigen oder allen der folgenden Anreden" das falsche Zeugniß mit allen Verbrechen. ״Alle Oerter der Qual, die für den Todsschläger eines Priesters, für den Mörder einer Frau oder eines Kindes, für den Verletzer eines Freundes und für einen Undankbaren bereitet sind, erwarten den falschen Zeugen. ״O Freund der Tugend! Der erhabene Geist, den du für dein eigenes Selbst Hältst, wohnt beständig in deinem Busen, und ist ein allwissender Beobachter deiner guten oder bösen Handlungen. ״ Wenn du dich nicht mit Mma oder dem Allbezwinger, mit Vaivaswata oder dem Bestrafer, mit der großen Gottheit, die in deiner Brust wohnt ״wegen falscher Aussage" veruneinigt hast, so gehe nicht ״zur Wallfahrt an den Fluß Ganges oder in die Gefilde von Kuru", denn du bedarfst keiner Aussöhnung. ״Nackt und beschoren^), geplagt von Hunger und Durst und des Gesichts beraubt, soll der, welcher falsches Zeugniß ablegt, mit einer Scherbe an der Thüre seines Feindes um Nahrung betteln. ״Ueber Hals und Kops wird durch tiefste Finsterniß der gottlose Bösewicht in die Hölle stürzen , der, befragt in gerächtlicher Untersuchung, auch nur eine falsche Antwort ertheilt. Wer im Gerichtshof einen unvöllständigen Bericht eines Vorfalls gibt oder eine Thatsache behauptet, von welcher er nicht selbst Augenzeuge war, wird Schmerz, ״anstatt Vergnügen" empfinden und einem Manne gleichen , der ״gierig" Fische ißt und die scharfen Gräten mit verschluckt. ׳ 1} Nach Külluka Gegenwart eines Bildes als SymHo! der,Gottheit". 2J Vgl. oben S. 370 Anmerk. 3 Abscheeren eine höchst beschimpfende Siraft. ׳ ׳