Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 3)
- Language
- German
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sind nun anzunehmen berechtigt, daß der Verfasser bei Abfassung des vorliegenden Buches ebenfalls «in jüdisches Publikum, wenn nicht allein, so dvch zum eist vor Augen hatte. Ist es doch auf dem Titelblatt ausdrücklich als der dritte Thcil des Gesammtwerkcs: Nach Jerusalem! bezeichnet, wie auch der größere Theil des Buches und hauptsächlich der Anhang, lediglich von Juden und Judenthum handelt. Da hätte denn auch der Herr Verfasser das Jüdisch-Con, fessionelle mehr berücksichtigen dürfen. Einem jüdischen Publikumgegenüber hätte ein Anstoß erregendes Verflachen jüdischer Grundglaubenssäße und jüdischer Gebräuche schicklich entfernt bleiben könneu. So bei der Besprechung des Nils, daß es ״ seine Flut war, die den Knaben nicht untergchen ließ, der von der Weltordnung bestimmt und gemuthet war, die erlernte geheime Weisheit von Memphis und Heliopvlis, die Eingebungen und Offenbarungen in sein«m Geiste zum Eig«nthume eines ganzen Volkes zu machen ff." (S. 7). Wir begnügen uns mit diesen Andeutungen, die den Werth des Buches keineswegs schmälern sollen; der geschätzte Herr Verfasser wird sie in dem Sinne aufnehmen, in welchem sie gegeben sind, und das Publikum in um so trefflicheren Leistungen, denen es erwartungsvoll enigegensiehet, baldigst erfreuen. — Zum Schluffe sei noch über den ״Blutstropfen der Tekufa" erwähnt, daß bei den Deutschen sich eine ähnliche Sage findet, die den rothen Punkt auf dem Häutchen (Hypericum) zu einem Blutstropfen Johannis des Täufers macht, der in der Johannisnacht über die Erde einherfahre. Daher der Name ״Johanniskraut". . M. G. N o t L z. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit welcher in jüngster Zeit die Documente aus den Archiven der verschiedenen Gegenden an die Oeffentlichkeit gezogen werden, kommen selbstverständlich der Grschichtsforschung der Juden um so mehr zu Statten, als eben das Material zu ihrer Geschichte, wie sie selbst, in allen Ecken und Winkein zerstreut ist. Sind es nun freilich oft auch nur dürftige Notizen , die hier und dort in dicken Quadranten und Folianten aufgefunden werden, so sind sie für spätere Bearbeitung immerhin von Bedeutung und wichtig genug, gesammelt und mitgetheilt zu werden.