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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 9 · p. Seite 361

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 361 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 361 stören. Man fühlt sich wirklich, wenn man der Führung des Verfasscrs sich an vertraut, nachgerade sortgcrisscn von dem bunten Treiben Cairo's und Alexandrien's, wir fühlen die brennende tropische Glut und hinwiederum die erfrischende Abendkühle, wir überschauen die wüste Steppe, deren Flugsand die Atmosphäre röthet, vor unfern Augen erhebt sich der Riesenbau der Pyramiden und von ihren Gipfeln hernieder' durchmißt unser Blick die unendliche Mbcne. Dann wieder lauschen wir den Erzählern auf der ״Esbekieh" und mustern die fremdartigen Gestalten, die uns rings umgeben, ein ander Mal betreten wir die Hallen einer Moschee, oder schauen uns um in den Räumlichkeiten eines egyptischen Bades oder iu den Gemächern eines egyptischen Großen, der uns zu Ehren von Tänzerinnen einen Reigen aufführen läßt. Daneben erfahren wir manches Belehrende über die staatlichen Verhältnisse Egypten's, über den Stand des öffentlichen Unterrichts und der Religiositätüber die Sitten der Egypter im häuslichen und öffentlichen Leben, über ihre Bauart und ihren Kunstsinn im Allgemeinen, über die Stellung der Frauen und Sklaven, — kurz über tausend Dinge, worauf ein verständiger Tourist sein Augenmerk richtet. Und wo man soviel Neues, soviel Merkwürdiges erfährt, da geräth man ganz von selbst aus dem nachlässigen Blättern in aufmerksames Lesen. Dazu tragen denn freilich die eingeflochtencn metrischen Uebersetzungen arabischer und jüdischer Poesieen nicht das Wenigste bei! Wir stehen nicht einen Augenblick an, die Dichtungen: ״Die Mutter des Profeten" (S. 91—95), ״Die Lampen" (S. 105), ״Der Tod des Profeten" (S. 106) den besten Erzeugnissen unserer poetischen Literatur an die Seite zu stellen. — Wir können indeß nebenbei die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Prosa unseres Verfassers mit seiner gebundenen Rede eontrastirt. Es liegt etwas Schleppendes in seincm Stile, das die Lectüre hin und wieder anstrengend macht. Der österreichische Dialect hat manches Eigenthümliche, das der Herr Verfaffer hätte vermeiden mögen; auch sind Sätze, wie: ״-Zucker wird keiner hinein gethan" (S. 30), ״Es gibt keine Welttheilc mehr, nur mehr eine ganz« Welt"? (S. 13); oder: ״In einiger Entfernung halten sie, scheu zurückblickend, während einzelne nur mehr als schwarze Punkte am Horizonte erscheinen" (S. 15) seiner nicht würdig. Bedenklicher jedoch scheint uns Folgendes: Der Herr Verfaffer hat die ersten beiden Bände seines Werkes, zu welchem das vorliegende Buch den Schlußstein bildet-, vornehmlich für das jüdische Publikum geschrieben. Wir

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