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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 8 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 8
Article
Die Juden in Oppenheim
Date
1860-01-01
Page
Seite 291 (sequence 7)
Language
German
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Die Juden in Oppenheim. 291 Briefs, worin er bekennt und thut kund offenbar, ״wann uns fürbracht ist, und wir auch junderlich underwiset sin, das unser und des richs burgmannen zu Oppenheim etlicher irer herlicher gälte uff den Juden doselbs wonhaftig von unfern Vorfahren römischen keysern und kuuigen vecwiset und verschaffet sind und das auch ire burglehen, davon sy uns und dem riche warten und dienen, uff solich gälte also nßgesetzet sind, wo sy solich ire serliche gälte von den vorgenannt juden nicht batten, das sy uns und dem riche von irer burgleben wegen nicht gewarten, noch gedieneu möchten, wann wir uu nicht meynen, daß soliche burgleben vergentstch werden, darumb angesehen der vorgen: unser vorfaren verwiffung und auch gütlich betrachtet der vorgen: burglüte getrue nutze und willige dienste, haben wir in mit wolbedachtem mute, gutem rate und rechtem wissen, die besunder gnade getban und tun in die in erast dieß briefs und römischer kuniglicher machtvollenkommenheit, das wir die vorgen: juden und auch judinn daselbst fürbas mere nicht schätzen oder steuren, noch in einicherley beschwörnuge by unfern tzyten tun wollen durch uns, unßeru ampkuß oder ander in kein wise on allgeverbe. Doch ußgenommen das sy ire gülden oppfferpfennige richten und geben sollen, als gewonlich und herkome ist". Ein Versuch, welchen im Jahre 1422 Hans Candengkeßer und Henn Drach machten, die Juden in Oppenheim zu erschlagen, scheiterte an dem Schutze des Raths. Eine außerordentliche Besteurung, besoneers die Erhebung des dritten Pfennigs, veranlaßte die Oppenheimer Juden sich an Psalzgras Ludwig mit Beschwerden zu wenden; sie mögen ihm erklärt haben, daß sie ihren Verpflichtungen gegen den Burgmauneu nicht ferner Nachkommen könnten, so daß Pfalzgraf Ludwig einzuschreiten gezwungeu war und 1423 Schultbeiffen vnd dem Rade der Stadt verbeuget vnd geheißet hat, Juden vnd Judynnen zu Oppenheim zu wonen lassen, sie zu schüren vnd zu schirme, vnd ine auch zum rechten beholffen zu finde.,. vnd auch also, das vns vnd »nsern erben pfaltzgranen by Rim, die obgenant zuden, die dann zu Oppenheim siezent, eyns iglichen jars uff fand Martinstag Sechczig Gulden geben sollent^), alslange sie zu Oppenheim woncnt, in solicher beschirmung, die 2) Urkundenbuch, 41.2. 3) Vgl. die Miitheilung aus dem Stadtbuch.

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