Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Juden in Oppenheim
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
- Language
- German
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288 Die Juden in Oppenheim. ist, vnd welicher des nit dete, der sol in vnfer vnd des heil. Richs swere vngnade verfallen fitt"6 7). Wie lange die Wirksamkeit dieser beiden Steuereinnehmer währte, erfahren wir nicht. Jsaac verschwindet mit dem Ende des Jahres 1403, und ״den Hof und Geseffe zu Winheim, Len Elias der Jude gehabt hat", schenkte der König seinem Proto- Notar Johann von Winheim, ״doch mit behältnisse was wir vnd vnser erben, Pfalzgrafen by Rine, Wyns vnd Fruchte zu Winheim haben, das man vnS die allzht in den obgenanten hoff füren vnd darinnen behalten solle, vnd das auch wir vnd die obgenanten vnser erben allzyt, so wir gen Winheim komen, vnser Herberge in den obgenanten Hofe haben sollen"?). Mehrere Jahre fungirte als Steuereinnehmer der Jude Meyer von Cronenberg, welcher am 17. December 1404 den Auftrag erhielt, bis ans Widerruf die sämmtlichen halben Judensteuern und den güldnen Opferpsennig von allen Juden des Reichs zu erheben 8). 6) CH mel, 1. e. 81, vergl. ״die f3uben in Dortmund" (Märzheft, S. 87 ft), woH. 22 zu lesen ist, statt ״weil die Juden rc.", weil sie die Kühnheit hatten, den Juden Elyon re.". Den jährlichen güldnen Opferpsennig von den Juden zu Dorpmünde (Dortmund) und Ha.ume verschrieb Ruprecht am 20. August 1408 seiner Schwester Anna, Herzogin von Baiern und vom Berge, Gräfin von Ravensberg, auf ihre Lebtage. 'Wie die Inden in Dortmund, wurde auch der Jude Süßlin aus Würz bürg von Ruprecht in den Bann gethan. Er befahl (CHmel, 1. c. 137) Den Juden des Reichs, den Juden Süßlin aus ihrer Gemeinschaft (״ez sy Husen, Hosen, essen, trincken, reden, gen vnd sten") auszuschließen, da Er denselben in einem Brief an die Frankfurter Juden u. a. Var. Heidelberg feria VI ante festum Kat. 1406 aufgefordert hatte, den Bischof Jo- Hann von Würzburg, welcher ihn zu Gericht geladen und rechtlich vermtheilt hatte, dem er aber nicht Folge geleistet, sondern noch dazu übel von ihm geschrieben hatte, binnen vier Wochen Genugrhuuug zu geben, was aber nach acht Wochen auch noch nicht geschehen wäre. Die Juden Wölflin undSeligmann, welche mit dem gebannten Süßlin Gemeinschaft gehalten, wurden zur Strafe gezogen. Erst durch königlichen Brief vom 28. Juni 1407 (Chmel, 143) wurde Süßlin aus dem Banne befreit. 7) CH mel, I. c. 85. 8) ibid. 115, 129, 138, 149, 165, 171; noch am 22. Februar 1409 bestehlt Ruprecht den Juden zu Nürnberg, den güldnen Opferpsennig dem Meyer, Juden von Cronenberg, zu entrichten.