Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Abbé Bargès Reise nach Tlemcen [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 5)
- Language
- German
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Reeensionert^und Anzeigers _ 278 ' ' Der Herr Abbe thM"nün noch mit, daß er eines Sonnabends die Synagoge, genannt die des Rabbi Eullel ben Sidoun / besucht habe, um den damaligen Oberrabbiner von Tlemcen, Rabbi Mouschi ei Scharkii kennen zu lernen, macht seine lächerlichen Bemerkungen über die Haltung und Stellung der Juden beim Gebete und war ״Zeuge einer-Ceremonie, welche ihn tief rührte und ihm einen Begriff beibrachte von der kindlichen Liebe der Juden zu ihren Erzeugern, und aus der Ehrerbietung, mit welcher sie Len Greisen begegnen. Ehe sie die Synagoge verlassen, küssen die Kinder die Hände ihrer Väter und lassen die Alten vor sich hcrschreiten." Was chan übrigens auch immer von den Juden rühmen mag, .,es ist immer derselbe Geist, derselbe falsche Eifer, welcher dieses Volk beseelt, er ist es, welcher die Apostel gesteinigt, die Gerechten und Heiligen der Urkirche verfolgt hat; es hängt nicht von den Juden ab, daß st« nicht noch in unseren Tagen dieselben Verbrechen, dieselben Exccsse begehen. So lange der Rabbinismus über sie herrschen wird, bleibt der Jude ein entwürdigtes und von allen andern Völkern verabscheutes Wesen." — So ein Professor der hebräischen Sprache, im Jahre ein tausend acht hundert neun und fünfzig, in der Hauptstadt der franzöfischen Nation. Wahrlich, der Abbe Barges hat Recht: ״ das Buch ist der Mann." Hebräische Gesänge. Metrisch nachgebildet von Dr. M o ritz Rap op o rt. Leipzig, in Commission bei C. L. Fritzsche. 1860. ׳- Der durch mehrere dichterische Versuche bekannte Herr Verfasser bietet hier in etwas ungeordneter Ordnung (״Zionswehen", ״Jeremias Klagelieder", ״Sabbatgruß sLecha Dodis", /,Schlußgesang sAnim Semirothj ", ״Mosis Abschicdsgcsang sHaasinus ", ״das Hohelied"!) eine Blumenlese biblischer und synagogaler Poesien. Das Schriftchen hat bereits mehrere günstige Beurtheilungen erfahren, denen wir uns jedoch nicht unbedingt anschließen können. Als die erste Anforderung, die man an eine Uebersctzung zu stellen berechtigt ist, ist das Verlangen zu bezeichnen, daß der Uebersetzer in den Geist des Stoffes, den er uns verdollmetschen will, eingedrungen, daß er sich gewissermaßen für seinen Gegenstand begeistert habe, denn nur so ermöglicht sich ihm ein klares Verständniß des Orginals, wie «in« treue Darstellung desselben. Außerdem muß er beide