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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Bemerkungen zu dem Aufsatze des Herrn Dr. Grätz "die Anfänge der neuhebräischen Poesie" im diesj. Januarhefte der Monatsschrift [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen, 189 א־ רוב נסים von Jannai verfaßt - sei, wie S. D. Luzzatto als gewiß hinstellt, bezweifle ich noch. Es läßt sich kaum denken) daß während alle übrigen Piutim von Jannai, doch wohl aus einem gewissen Persönlichen Grunde, verschwanden, auch selbst die für Sabbath Hagadol in den meisten Gemeinden durch die des Joseph Tob Elem verdrängt wurden, grade dieses eine Stück so allgemeine Aufnahme gefunden haben sollte, daß man dasselbe sogar am ersten Pessachabend in der Hagada recitirt. — Daß אז רוב נסים ein Theil des Siluk כי אין לפניך לילה bilde leuchtet nicht ein. אז רוב נסים hat einen tiefpoetischen hagadischen Charakter; es führt in gedrungener Kürze aber phantasievoll di« wichtigeren Ereignisse, die in jener verhängnißvollen Nacht sich zutrugen, lebendig an uns. vorüber; es ist gleichsam ein Gegenstück zur Vision der Zukunft in Shakespeare's Macbeth! Wie stechen die vorhergehenden Stücke Jannai's dagegen ab. Und man vergleiche nun gar damit das leere Wortgeklingel im Siluk כי אין לפניך! Letzterer erhebt sich nicht einmal zu den echt jannäischen Stücken; ich halte darum jenen Siluk für einen späteren Zusatz. Das von Luzzato angegebene Akrostichon יניי befindet sich nicht im Siluk, sondern in dem Stücke vor ואתה קדוש, weshalb L. es Keduscha nennt. אז רוב נסים ist ursprünglich gedichtet zur Recitirung in der ersten Peffachnacht am Schlüsse der Hagada vor Mitternacht, in welchen Zeitmoment es am natürlichsten Hineinpast. Ebenso wie der Gebrauch sich ausbildete am Sabbat vor Pessach einen Theil der Hagada zu recitiren, so ward es auch üblich jenes אז רוב נסים in den Morgengottesdienst dieses Sabbats einzuflechten. Um dasselbe mit der darauf folgenden ״Heiligung" in Verbindung zu setzen, dichtete Jemand eine Art von Epilog כי אין לפניך dazu, der, an das.ויהי בחצי דלילה sich anschließend, zur Keduscha hinüberleiten sollte. Dieser gehaltlose Epilog ist in den-Tob Elem'schen Piutcyelus, worein man auch das אז רוב נסים einrahmte / nicht mit übergegangen. — Von wem ist nun aber das אז רזב נסים ab gefaßt? da אומץ גבורתך, welches am zweiten Pessachabend recitirt wird, von Kalir ist, so kann Ersteres nicht später verfaßt sein. Suchen wir also den Schlüssel dazu. R. Eleasar Hakalir hatte, wie Elieser ben Nathan in einem handschr. Machsorcommentar erzählt (Vgl. Landshuth, Amude Ha-Aboda x. 37.) einen Bruder Namens Jehuda, der ebenfalls Piutim dichtete; da R. Eleasar ihn überlebte, so nahm er aus brüdersicher Pietät manche Stücke desselben unter seine Piutim aus. Hierzu gehört u. A. das Stück im Piut vom Sabbat Sachor, welches 12*

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