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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
Date
1860-01-01
Page
Seite 139 (sequence 15)
Language
German
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Juden und Judenthum nach römischer Anschauung, 139 Mit einem Stück Mein oder einem Scherben geritzt; die Flüssigkeit wird zur Heilung gebraucht. Als Hauptgebirge ragt der Libanon hervor, welcher wnnderbarerweise mitten in solcher Hitze kühl und schneehaltig ist. Er gibt dem Jordanfluß Quelle und Strömung. ,Der Jordan mündet nicht in's Meer, er fließt ununterbrochen durch zwei Seen, und verschwindet im dritten. Dieser See, der von weitem Umfange ist, einem Meere gleich, an Geschmack noch widriger und durch die Schwere der Ausdünstungen den,Anwohnern ungesund, wird von keinem Winde bewegt und duldet weder Fische noch Wafservögel. Sein Ursprung ist ungewiß. Was auf di« träge Woge fällt, wird wie auf fester Erde getragen; des Schwimmens Kundige und Unkundige werden wie von selbst emporgehoben. Zn bestimmter Jahreszeit wirst er ein Harz, dessen Sammlungsweise die Lehrerin aller Künste, die Erfahrung, gezeigt hat. Diese Feuchtigkeit ist von Natur schwarz, verdichtet sich durch einen Ausguß von Säure und schwimmt oben auf. — Diese Feuchtigkeit fassen die damit beschäftigten Arbeiter mit der Hand und ziehen sie aus das Schiff, dann fließt sie, ohne weiteres Zuthun hinein, und bildet die Ladung, bis man sie abschneidet. Sie läßt sich aber nicht mit Erz oder Eisen abschneiden. Sie scheut das Blut, oder auch ein mit dem monatlichen Blutergusse der Frauen getränktes Tuch. So erzählen die alten Geschichtschreiber. Aber jenes Landes Kundige geben an, daß die wogenden Harzmassen mit Händen an's Ufer gezogen werden, hernach auf trockener Erde an der Sonnenhitze gedörrt, dann mit Aexten und Keilen wie Balken oder Steine gespalten werden. Nicht weit davon sind Ebenen, welche «inst fruchtbar und mit großen Städten bebaut, durch den Blitz verbrannt worden sein sollen; noch seien Spuren hiervon vorhanden, die Erde selbst, ganz vertrocknet, habe die Productionskrast verloren. Denn alle, sowohl wild wachsenden als von Menschenhand gesäeten Pflanzen, mögen sie nur bis zum Grase oder Blüthe, oder gar bis zu fester Gestalt gediehen sein, werden brandig und taub und zerstieben zu Asche. Obgleich ich nun zugebe, daß einstmals herühmte Städte durch Feuer vom Himmel verzehrt worden sind/ so glaube ich doch (für den vorliegenden Fall), daß der Boden von den Ausdünstungen des See's angesteckt, und der darüber gelagerte Dunstkreis davon vergiftet werde, wodurch die Keime der Saaten und die Herbstfrüchte faulen, da Boden und Luft

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