Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 1)
- Language
- German
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92 Zur Geschichte der jüdischen Aerzte. Zur Geschichte der Mischen AerzLe*). Die Familie de Castro. HI. Brnedilt (Aaruch Nrhemias) de Castro. Von den fünf hoffnungsvollen Söhnen, welche die irdischen Reste des berühmten Nodrigo *) zur Ruhestätte geleiteten , erlangte derjenige am meisten Berühmtheit, dessen schöne Worte über den geliebten Vater wir am Schluffe unserer vorigen Betrachtung dernommen haben. Es war dieses Baruch Nehemias oder Benedict (Senlo)* 1 2 3) de Castro. Er wurde 1597 zu Hamburg geboren. Früh von seinem Vater für die in seiner Familie erbliche Kunst bestimmt, besuchte er zugleich mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Daniel (Andreas) 1615 das Hamburger Gymnasium, und beide junge Leute ließen sich — noch vor Eintritt in die Anstalt — taufen. Alle Biographien unseres Arztes, und noch in neuester Zeit der Herausgeber des ״ Lexicon der Hamburger Gelehrten ״s) gefallen sich , diese Episode aus dem Leben der beiden de Castro mitzutheilen, so daß auch wir diesen Umstand um so weniger mit Stillschweigen übergehen dürfen, als diese ganze Taufgeschichte in das Reich der Sage gehört. Erwägen wir vor Allen, daß sie Beide fast noch Knaben *) Vgl. vor. Jahrg. 1) Nachträglich sei hier noch einer Schrift Erwähnung gethan, welche Rodrigo de Castro unter dem Titel: Tratato de Halissa (.חיייצד) en 0 quäl ensenad esta materia, Dialog. XXV. Philalethei, Eudoxi, Sinceri e Resami, 8. 1. 1614. 8. in portugiesischer Sprache versaßt haben soll. Es ist mir bis jetzt nicht gelungen, etwas Näheres über das Vorhandensein dieser Schrift zu erfahren. 2) Ribeiro dos Sanios Meiner, d. Litterat. Portug. III, 264) kommt durch den Namen Bento (der portugiesische Name für Benedict) unter welchem unser Benedict bei Barbosa (Bibi. Lusit. I, 500) aufgeführt wird, auf die irrige Vermuthung, daß er in Portugal und nicht in Hamburg geboren sei. Daß Benedict nicht der älteste seiner Brüder gewesen ist, ergibt sich aus der Art und Weise, wie Rodrigo de Castro's Hausstand 1603 in der ״Rolle der portugiesischen Juden Hamburgs" ausgenommen worden: ״Rodrigo de Castro, sammt seiner Hausfrau, zween grossen Söhnen und anderen kleinen Kindem". Zu diesen großen Söhnen konnte der sechsjährige Benedict unmöglich gezählt werden. 3) Schröder, Lexicon der Hamburger Gelehrten (Hamburg 1857) I, SIS.