Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 2)
- Language
- German
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M Recensionen und Anzeigen. einleitenden Untersuchung über das Vaterland der Fabel von Dr. Julius Landsberger, Rabbiner. Posen, Druck und Verlag von Louis Merzbach 1889. (8. CXLIV 1u 186 S.) In dem oben angeführten elegant ausgestatteten Büche werden uns die Resultate der Studien geboten, die der Verfasser in seiner Doktordissertation augebahnt, an anderen Orten fortgeführt׳ und endlich hier zum Abschluffe gebracht hat. Wir sagen ihm von Herzen Dank, einmal für den Fleiß und die Liebe, die er seinem Gegenstände zuwandte, und dann für das Vergnügen und die Belehrung, die er uns verschaffte. Das in allen Stücken empfehlenswerthe Buch zerfällt in zwei Theile. Der eine Theil enthält 67 schon früher von Goldbcrg, aber in sehr unvollkommener Weise edirte syrische mit Chaldaismen stark untermischte Fabeln in durchgängig voealisirtem Texte und mit beigesügter Uebersetzung. Sie sind nach der Darlegung des Verf. etwa im vierten oder fünften Jahrhundert in Syrien entstanden und bekunden, abgesehen von dem Umstande, daß sic mit hebräischen Lettern geschrieben in der Handschrift vorgefunden wurden, durch ihre an die talmudische Sprache stark anklingcnde Ausdrucksweise den jüdischen Verfasser. Außerdem ist die Bemerkung interessant, daß sie mit Ausnahme von sechszehn in's Griechische übertragen und in die Fabelsammlung des Syniipas ausgenommen wurden. Der סופס, als dessen Werk die Fabeln fignriren, ist nichts weiter als der o־or/oc oder weise Fabeldichter xm: wie ja auch der arabische Lokman genannt wird. Was nun den sehr im Argen liegenden Text betrifft, so hat sich der Verf. die redlichste Mühe ge-- geben, denselben theils durch Vergleichung mit Shntipas, theils durch eigene Conjecturen wiederherzustellen, und wie dies in solchen Fällen nicht anders möglich ist, sind auch viele gewagte und unhaltbare Hypothesen mitunterlaufen und wir rathen daher denjenigen, die sich mit der syrischen Sprache nicht schon anderweitig vertraut gemacht haben, aus diesen in einem sehr nachlässigen und unreinen Styl ge< schriebenen Fabeln trotz des beigesügten guten Glossars das Syrische nicht zu erlernen. Der andere Theil des Buches, der den Fabeln des Sophos in. Form einer Einleitung vorausgeschickt ist, beschäftigt sich vorzugsweise mit einer Untersuchung über das Vaterland der Fabel und gibt uns als Resultat des Verfassers, ״daß wir den Ursprung der äsopischen Fabel bei den alten Hebräern zu suchen haben". Ist auch Manches, was der Verf. als Stützpunkt seiner Argumentation beibringt, nicht