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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 12 · p. Seite 474

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / R-r.
Date
1859-01-01
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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474 ־ - Rezensionen und Anzeigend Der gelehrte Herr Verfasser hat/ wie er im Vorwort׳ ausspricht, richtig erkannt, daß dem heutigen Israel tüchtige Volksschriften mehr als je noth thun, die getragen von echt jüdischem Geiste/ gekleidet in die elegante Form des Modernen und ausgefüllt mit dem kernigsten Inhalt unserer jüdischen Glaubensbücher, ein recht wirksames Mittel sei, um dem mit Sorge erfüllenden JndifferentismUs, wie er' in der großem Menge des Israel von Heute eingekehrt ist, zu steuern und den Sinn für Israels höhere Guter, für das ihm anvertraute Kleinod, den Glauben, zu wecken, und hat sich׳ deshalb von seinen wissenschaftlichen Forschungen—- der Verfasser ist gegenwärtig mit einem umfangreichen Werke über arab.-jüd. Philosophie beschäftigt, von dem er in dieser Monatsschrift einige treffliche Proben mitgetheilt — losgerissen, um mit dem vorliegenden Werke jenem fühlbaren Mangel an Volksbüchern theilweise abzuhelfen. Wir müssen gestehen, daß das Buch diesen Zweck in sehr befriedigender Weift erfüllt. Es find diese ״Betrachtungen" mit einer Glaubenswärme und Innigkeit geschrieben, die im Herzen, des israel. Knaben, Zünglings und Mannes, wenn cs nur sonst empfänglich für wahrhaft Schönes und Wahres ist, Edles und Gutes zu wecken nicht verfehlen können. Allein trotz der Fülle echt jüdischen Wesens, das dem Leser in diesem Buche entgegentritt, hat sich doch zu unserem Bedauern Manches eingeschlichen, das gleich schrillen- Mißtönen das jüd. Ohr beleidigt. Hierzu zählen wir das Eiteren aus Dichtern.׳ Wie harmonirt z. B. zu der im Ganzen recht schönen und belehrenden Betrachtung zu ״ בשלחder Gesang in Israel" das gewählte Motto: ״Wo man singt, da laß dich ruhig nieder u. s. w." Man vgl. ferner S. 143, wo der Vers, zu den ״Festtagen Israels" folgenden Dichter in neuer Bearbeitung ansührt: ״Ehret die Festes?) sie flechten und weben u. s. w." Da das Buch der Form nach die Mitte zwischen'der Homilie und der Exegese hält, so sind wohl die zahlreichen Freiheiten, die die Exegese darin sich erlaubt, zu gestatten; nur hätten wir gewünscht, daß, da das Buch doch zumeist für die reifere Jugend geschrieben ist, der Vers, an solche» Stellen es dem jungen Leser hätte merken lassen , er habe cs hier nicht mit dem reinen Wortsinn sondern mit einer bloßen Deutung zu thun. Aber auch dann darf die Exegese nie so frei sein, daß sie dem Bibel- Verse offenbar Gewalt anthut. So ist z. B: neben der nochverzeihlichen Auslegung des ״ היום לא תמצאוהו בשדהdas Heute, wenn es einmal verloren , findest du. nimmer wieder" sS. 31) ,- die Beziehung des Psalmverses עושה מלאכיו. רוחות משרתיו אש לוהט auf

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