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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 12 · p. Seite 472

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / R-r.
Date
1859-01-01
Page
Seite 472 (sequence 1)
Language
German
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472 Reeenfionen und Anzeigen. Reeensionen und Anzeigen. La foi d’Israel, 868 dogmes , son culte, 868 ceremonies et pratiques religieuses, sa 101 morale et sociale, sa mission et son avenir, par S. Bloch, Redacteur en chef de l’Univers Israelite. — Paris, au Bureau de l’Univers Israe- Ute, rue des Martyrs No. 38. 1859. 444 S. Großoetav. Das vorliegende, im wörtlichsten Sinne ״Gott gewidmete" Buch — der Verf. dedicirt es ״ au Koigueur, Dien d'Israel!"— eines unserer Glaubensbrüder jenseits des Rheins, der als Redacteur einer auch in Deutschland vielfach gelesenen, den conservativen Interessen des Judenthums gewidmeten Monatsschrift vortheilhast bekannt ist, wird auch von den deutschen Juden mit Freuden begrüßt werden. Denn unsere theologische Literatur entbehrt schon lange eines Religion«-' buches, das sich auf einen höheren Standpunkt stellt als unsere gewöhnlichen Katechismen, das die Religionsphilosvphie in sein Bereich zieht, und die Principien des Glaubens nicht mit einigen trockenen Fragen und kurzgebundenen Antworten abfertigt, sondern sie in beredter Weise behandelt. Wir wollen von der Religion, daß sie den Menschen erwärme, ihn zu allem Hohen und Erhabenen anfeuere, und lassen dennoch in den Lehrbüchern der Religion eine machernatische Kälte und einen pedantischen Frost herrschen. In unsern Religionsbüchern fehlt das begeisternd e Wort, und ohne dieses läßt jeder Religionsunterricht seine Jünger kalt, ja er sinkt, wie die Erfahrung bestätigt, zum bloßen Frage- und Antwortspiel herab. Anders gehet der Herr Verf. obiger Schrift zu Werke. Seine Intention war nicht ein Handbuch der jüd. Religion zu liefern, sondern den ״Glauben Israels" mit allen seinen das Leben bis in's Einzelnste regelnden Vorschriften als ein abgerundetes Ganze darzustellen. Die seltene oratorische Begabung des geachteten Herrn Verfassers, seine hohe Begeisterung für den Glauben Israels verleihen dem Buche einen Reiz, wie wir ihn in unsern Religionsbüchern vergeblich suchen. Der Verf, hat nach den Worten des Ccntral-Obcrrabbiners Hrn. Ulmann, das Geheimniß gefunden, ״zum Herzen und zugleich zum Verstände zu reden." Jene literarischen Vorzüge des Franzosen, das überwiegende Talent für Rhetorik und Declamation neben einer schnellen, lebhaften Auffassung der Dinge, kommen dem Werke sehr zu statten. Wir finden in demselben über die schwierigsten, religiösen Probleme, wie über die leibliche Auferstehung, über den

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