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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 12 · p. Seite 463

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 12
Article
Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
Date
1859-01-01
Page
Seite 463 (sequence 27)
Language
German
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Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59. 465 das von ihm mitgcbrachte Buch Hermas wird in Leipzig erscheinen; die von Dillmann besorgte Herausgabe der äthiopischen Bibeluber« setzung wird mit Hülse der Manuscripte d'Abbadie's fortgesetzt und das ihm gehörende Wörterbuch des P. Justus d'Urbain soll von der Propaganda in Rom veröffentlicht werden. Es erschien noch ein anderer Katalog äthiopischer Handschriften, der der Bodlejana von Dillmann. Ich hätte gerne über denselben berichtet, aber man sagte mir in London, daß er nicht käuflich zu beziehen wäre. Ich weiß nicht, ob dem so sei, jedenfalls ist die Thatsache sonderbar. Es gibt eine Sprache, die bis jetzt allen Analysen widerstand und die man vergebens an eine der bekannten Sprachfamilien anzuknüpfen versuchte, es ist dies die etruskische Sprache. Der Pater Tarquini zu Rom und Herr Stickel in Jena versuchen nun,- Jeder für sich, die etruskischen Inschriften durch das Hebräische zu erklären. ׳ Ich kenne die Arbeit des Herrn Tarquini nicht, die des Herrn Stickels ist eine ernste' und mit großer Gelehrsamkeit vollbrachte. Der Verfasser beginnt mit der Veränderung der gewöhnlichen Leseart einiger etruskischer Buchstaben und geht dann zur Er? klärung von 34 Inschriften über, mit der großen Persischen Inschrift beginnend. Er zertheilt die unglücklicher Weise fortlaufende Schrift der Inskriptionen in Worte und Sätze, stellt di« Etymologie und den Sinn jedes Wortes mit den Hülfsmitteln. die ihm die Lexica der verschiedenen semitischen Sprachen bieten, her und eommentirt dessen Bedeutung vermittelst historischer Erklärungen, endlich faßt er die grammatikalischen Regeln der eigenthümlichen Formen, die er diesem aramäischen Dialekte zuweist, zusammen. Die Schwierigkeit, einen verlorenen Dialekt zu reconstruiren, wenn man keinen zweisprachigen Text von einem gewissen Umfange hat, ist fast unübersteigbar, und ich fürchte daß es Herrn Stickel nicht gelingen wird, die Leser für seine Ansicht zu gewinnen. Eine andere Art von Inschriften, die sich mit Sicherheit an die semitischen Sprachen lehnt und seit langer Zeit die lebhafteste Neugierde erweckte, ist die der sinaitischen Inschriften. Anfangs, als man sie blos aus übertriebenen Gerüchten kannte, hoffte man in ihnen-wichtige Aufschlüsse über das A. T. zu finden, aber als man 7) Das Etruskische durch Erklärung von Inschriften und Namen als semitisch erwiesen von I. G. Stickel. Leipzig 1858 in 8. (XIV, 296 S.und 3 Tafeln).

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