Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
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438 Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59. Steinen^zusammen und machte das Studium der Mithrageheimnisse zum Mittelpunkte seiner Arbeiten, die aus diesem Brennpunkte aus alles die alten Religionen Westasiens Betreffende aushellten. Er veröffentlichte viele Studien über verschiedene hieher einschlägige Stoffe, besonders über den Venuscultus im Orient und in Griechenland; aber alle diese Arbeiten sind nur Zweige des Werkes über Mithra, welches bestimmt war, den Ursprung, die Beziehungen und die Wan- Gelungen der alten Religionen zu zeigen, ihren wahren Gehalt and den Sinn ihrer Mysterien anzugeben. Er starb unglücklicher Weise, ohne die letzte Hand au dieses Werk legen zn können, aber es ist zu hoffen, daß es den Freunden/ denen er dies testamentarisch auftrug, gelingen wird, die Resultate einer 40 jährigen Arbeit, so weit es der Stand der Materialien erlaubt, der Welt zu übergeben. Denselben Dienst erwies er dem Andenken Saint -Martin's, mit dem er durch die intimste und beständigste Freundschaft verbunden war und deffen nachgelassene Werke er veröffentlichte. Er war viele Jahre hindurch Schatzmeister der asiatischen Gesellschaft und starb den 19. September 1858 zu Tours, wohin er sich gegen das Ende seines Lebens zurückgezogen hatte, um daselbst, ungestört von dem Aufenthalte rn der großen Stadt, seine Arbeit zu vollenden. Er war ein Weltmann, geistreich, im Umgänge außerordentlich gewandt und angenehm und leidenschaftlich seinen Studien ergeben, in deren Verlaufe er sich eine große Kenntniß der Archäologie erworben hatte. Jean Baptiste Grangeret de Lagrange war 1790 geboren. Er gab sich frühzeitig dem Studium der orientalischen Sprachen und den verschiedenen alten und modernen Literaturen hin, war einer der ersten Schüler des Herrn de Sach, wurde einer der Eonservatoren der Bibliothek des Arsenals und Corrector an der damals königlichen Druckerei. Er hätte^wohl eine glänzendere Stel« lung beanspruchen können, aber er liebte diese friedlichen literarischen Beschäftigungen und setzte sie bis an seinen Tod fort, obwohl sein mehr als ausreichendes Vermögen ihn leicht aller öffentlichen Functionen entbinden konnte. Er hatte gar keinen Ehrgeiz und suchte im Leben blos den Frieden; er hielt sich von der Welt entfernt, jede Berührung mit den Leidenschaften der Menschen brachte ihn in Aüfreguug; er liebte nur die Wissenschaften und zwar ihrer selbst willen und in der uninteressirtesten Weise; sein Vergnügen bestand darin, einen Lieblingsschriftsteller in einer jener zahlreichen Sprachen, die er verband, zu lesen, aber ohne den Hintergedanken, seine Lectüre zu eigenen Werken auszubeuten. Im Jahre 1828 rüttelte ein Angriff