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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 10 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 10
Article
Bemerkungen zu Moses Mendelssohns Briefen
Date
1859-01-01
Page
Seite 377 (sequence 4)
Language
German
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Bemerkungen zu Moses Mendelssohns Briefen. 377 mir das Lesen und Schreiben völlig untersagt worden ist. Noch diesen ganzen Sommer soll ich so musenlos hinbringen, und wie jener König der Menschheit beraubt werden, um unter den wilden Thieren meine Vernunft wiederzusuchen." Daß Mendelssohn seiner zerrütteten Gesundheit wegen nicht antworten durste und ohne diese Rücksicht auch wicht geantwortet hätte, ist bekannt. Er konnte sich eines weitern Einlassens mit dem Frankfurter Doctor überhoben glauben, wie Jedem einleuchtet, der die Kölbelesche Schrift kennt und ״die Albernheit dieses unverständigen Schwätzers einsieht." Auch über die ״Kölbele unserer Glaubensgenossen", so ״unverschämten Beschuldigungen" und so ״albernen Beweisen" wie der Rechtsanwalt sie in seinem Sendschreiben vorbringt, ״moquirt er sich herzlich" und mit Recht. — Daß Mendelssohn die in diesem Privat-Schreiben niedergelegte Ansicht über Glaubenssätze in seinem Jerusalem ausführlich erörtert und auch sonst häufig darauf zurückkommt, wollen wir hier nur gelegentlich andeuten; es ist das ja allgemein bekannt. Auch das Kölbelische zweite Sendschreiben bietet Mendelsohn noch Stoff zur Unterhaltung mit dem ״klugen Herrn Elkan" in dem Schreiben vom 15. November!772 (Maiheft 174ff.). Er hält es der Mühe Werth, sich dem;Streng - Gläubigen, gerade nicht philosophisch gebildeten Freunde gegenüber über eine Stelle in seinen ״Briefen über die Empfindungen" 2), welche von dem unredlichen Kölbele aus dem Zusammenhänge gerissen ist und womit dieser nun beweisen will, Mendelssohn habe den Glauben an Offenbarung fallen lassen, sonst chatte er sich wohl in einer Anmerkung dagegen verwahrt. Wir glauben es dem edlen Mendelssohn gerne, ״daß die unredliche Art, mit welcher ihn der Kölbele anführt", ihn abgehalten habe, zu widerlegen; er hat sich getrost auf die Ehrlichkeit seiner Leser verlassen und nicht ohne Grund erwartet, daß Jeder, ״der nur Hirn im Schädel hat", zuvor nachschlagen — die ״Briefe über die Empfindungen" waren damals (1771) in mehreren Auflagen verbreitet und viel gelesen, -— ehe er der Ansicht Kölbele's Glauben schenken wird. Gegen Ende dieses Briefes fragt er auch den Freund, ob er das Promemoria gelesen, das in der letzten Messe hcrausgekommen ist? Ein Mendelssohn unbekannter Verfasser veröffentlichte 1771 anonym 2) Briefe über die Empfindungen, (Berlin, Voß 1755 (ad. princ.] 163; in der Ausgabe, die Kölbele vor sich hatte, 125; Ges. Schr. I, 165.

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