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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 355

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1859-01-01
Page
Seite 355 (sequence 2)
Language
German
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* Recensionen und Anzeigen. 388 lassen werden und hat sich der Vers, hierbei manche arge Sünd.e z» Schulden kommen lassen. Ebenso muß dem Werke die nöthige Objectivität abgesprochen werden, der Vers, begnügt sich nicht, die Angaben des Talmuds getreu zu reserircn, sondern vergißt den Abstand der Zeiten und legt an die Aussprüche der Talmudlehrer und der spateren Commentatoren den Maßstab von — Voigt's Zoologie an! eine ganz überflüssige Arbeit, die sich der Vers, hätte ersparen können und die den Leser geradezu stört. Die Ausstellungen über die mangelhaften zoologischen Kenntnisse der Talmudlehrer, so wie gewisse apologetische Versuche wiederholen sich fast auf jeder Seite, als ob man von seiner Zeit die fortgeschrittene Einsicht unseres Jahrhunderts verlangte. — In der philologischen Erörterung der seiner Bearbeitung zu Grunde liegenden Texte, in der Erklärung der zahlreichen seltenen Ausdrücke und ana'S Xsyö^sva hat sich der Vers, redliche Mühe gegeben, wobei die Arbeit um so schwieriger war, als die noch immer große Dürftigkeit der lcxicalischen Hülfsmittcl ihn bei seinen Erklärungsversuchen oft nicht über bloße Hypothesen hinauskommen ließ. Freilich wäre zu wünschen, daß der Vers, den Leser mit vielen Hypothesen verschont hätte, die nicht einmal den Schein der Wahrheit für sich haben und von jeder gesunden Sprachwissenschaft von vornherein zurückgewiesen werden müssen. Eben so wenig hätte er sich in allen Punkten Rasch! anvertrauen sollen, der gewiß der taktvollste und genialste aller Commentatoren ist und selbst in lexicalischer Beziehung meistens die zutreffenden Erklärungen bewahrt, aber doch gerade in diesem Punkte nicht immer maßgebend sein kann! Nebenbei gesagt hat der Vers. Raschi sowol wie andere Commentatoren nicht selten mißverstanden. Den großen Nutzen des Werkes für lexicalische Studien wird übrigens Niemand verkennen dürfen, solche Spccialbeiträge fördern die talmudische Lexicographic bedeutend und kommen auch bei den anderen semitischen Dialekten zur Geltung, wie z. B. Dozy für die freilich, unvcrhältnißmäßig reichere arabische Sprache ein besonderes Lexicon der Kleidungsstücke ausgearbeitet hat. — Aber gerade, weil wir das Werk nach mehreren Seiten hin für so verdienstlich halten und weil die Vorzüge desselben sich Jedermann selbstredend ankündigen, wollen wir zur Orientirung der Leser manche Einzelheiten hervo.rheben, in denen der Vers, sich von einer falschen Auffassung leiten ließ, und Manches gelegentlich bemerken, was zur Erweiterung des in dem Werke Mitgetheilten dienen kann. Wir verfolgen hierbei die vom Vers, gewählte Ordnung der §§.:

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