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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
Date
1859-01-01
Page
Seite 334 (sequence 5)
Language
German
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334 Zur Geschichte: der jüdischen: Aerzte. . Nachdem Rodrigo in Salamanca zum Doctor -der Medicin und Philosophie creirt worden war, kehrte er nach seiner Vaterstadt Lissabon zurück und ließ sich daselbst als practischer Arzt nieder. Dort vermählte er sich auch bald darauf mit Katharina Rodriguez, welche ihm noch während seines Aufenthaltes in der Heimat mit zwei-Söhnen beschenkte. In welchem Ansehen er schon damals stand und mit welcher Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit er seinem Beruft oblag , ergibt sich am deutlichsten aus Folgendem, von ihm selbst mitgetheilten Umstand. Als im Mai 1588 die unüberwindliche Flotte zu Lissabon bemannt wurde, und viele Soldaten und Matrosen, sei es aus Widerwillen vor der Seefahrt oder dem Kriegshandwerk, fei es, weil sie den unglücklichen Ausgang ahnten. Krankheit vorschützten und ein Zeugniß von ihm verlangten, daß sie auf Grund desselben von ihren Vorgesetzten die Erlaubniß erhielten, zu Hause bleiben zu dürfen, war er gegen alles Bitten und Flehen taub und ließ sich durch nichts bestimmen, ihren Wünschen zu willfahren. Zur selben Zeit lebte eine feile Dirne, welche selbst fürstliche Personen und Ehemänner durch ihre Reize an sich lockte und in ihre gefährliehenSchlingen verstrickte. Als sie nun die Straft für ihren unkeuschen Lebenswandel erreichte, und der Dreiruder, welcher sie fortführen sollte, schon in Bereitschaft stand, stellte sie sich krank und ersuchte Rodrigo um ein ihren leidenden Zustand bestätigendes Zeugniß, damit die Vollstreckung des Unheils aufgeschoben werde und sie Zeit gewinne, die erzürnten Richter zu besänftigen. ״Weder durch Bitten, noch durch Versprechungen konnte sie mich bewegen, sie in ihrem Betrüge zu unterstützen “ * * 5). Die Armada kehrte nicht nach Lissabon zurück; unmittelbar wirkte das Unglück, welches den bei der Welt verhaßten Philipp II. in den letzten fünfzehn Jahren seines Lebens verfolgte, auch auf das fernere Schicksal unseres Rodrigo, wie auf das vieler seiner in Portugal lebenden Glaubensgenossen. Je weniger der stolze Spanier seine Zwecke erreichte, das europäische Gleichgewicht zu zertrümmern Und Spanien zur Universalmonarchie zu erheben, desto abergläubischer und fanatischer wurde er und verfuhr mit tyrannischer Wu,th gegen die Bewohner seines eigenen Reiches zur Glorie der Kirche, als deren Säule er sich betrachtete. . Die Inquisition fing damals an in dem Polit. 68. Vergl Mal. Morb. Mecl. II, 113. 267: Valcaeer,.., cujus in juventute cum inaximo fructu auditor fui. , 5) Med. Polit. 252. ä .,

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