Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Aerzte. 333 liebende Rodrigo volle vierzehn Tage nicht von ihrer Seite und leistete ihr die Dienste, zu welcher sein hoher Berus ihn befähigte 1). - Auch Rodrigo hatte die von vielen seiner Verwandten mit Glück und Ruhm verfolgte Laufbahn betreten. Schon 1577 treffen wir ihn als Jünger der Aesculapischen Kunst auf der portugiesischen Universität Evora. Ob der in dieser Stadt damals wohnende Rechtsanwalt Alvarez Va6z zu seiner Familie gehörte und demnach auch die beiden Enkel dieses Mannes, welche, wie Rodrigo erzählt, sich so ähnlich sahen, daß selbst die eigene Mutter sie nur durch die Stimme — sie waren beide Klosterbrüder und trugen Beide gleiche Kleidung — unterscheiden konnte, seine Verwandten waren, müssen wir unentschieden lassen. In Evora lag er einige Zeit seinen Studien ob und machte dort die Bekanntschaft eines jungen Studenten, welcher buckelig und ohne Arme geboren war und statt der Hände sich der Zehen zum Schreiben bediente. Ein anderer, von der Natur eben so stiefmütterlich Behandelter, aus da Guarda in Portugal, welchen Rodrigo ebenfalls persönlich kannte, besuchte dieselbe Universität, auf welcher er selbst seine Studien absolvirte, die im 16. Jahrhundert weltberühmte spanische Hochschule Salamanca 2). .. Hier lehrten in jener Zeit die ausgezeichnetsten Männer: ein Pedro Bravo, ein Rodrigo de Sorea, welcher später mit der Würde eines Archiaters von ganz Spanien bekleidet wurde, u. A. bildeten die Zierde der medicinischen Facultät und waren Rodrigo's Lehrer 3); in der Chirurgie genoß er den Unterricht eines Andreas Balcacer. ״Niemand hat über Wunden an Kopf und Brust besser geschrieben als er, und, jede Prahlerei bei Seite, er nahm mich vor allen Anderen immer sehr ehrenvoll auf" 4). 1) Laborante dilectissima sorore mea, Beatrice cle Castro, jecoris gravissima inflammatione lubens volui et medici et assistentis officium praestare, et per integros quatuordecim dies ab ipsius latere nunquam discedens. Med. Polit. 159. 2) Mul. Morb. Med. I, 134. 141. 3) Mul. Morb. Med. II, 499; Med. Polit. 82: Bravus, praeceptor meus,.... cum semel aliquid mihi referret, quod ei cum esset studiosus accederat, verbum corrigens, inquit ״cum auditor essem, nam studiosus adhuc sum.“ 4) Andreas Valcacer, praeceptor meus exercitatissinms, quo nemo melius scripsit de vulneribus capitis et pectoris quique — quod citra invidiam dictum sit — me ,praeter ceteros honorifice excipiebal, Med.