Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Eigenhändige Briefe von Moses Mendelsohn
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 2)
- Language
- German
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262 Eigenhändige Briefe von Moses Mendclshhn. Berlin am 23. Novbr. 1773. Friede meinem Freunde und Gefährten dem geehrten Hrn. Elkan Herz. Gott beschütze ihn! -Warum ich mich in Disput eingelassen, fragen Sie mich? Ich wollte nur, ich hätte mich etwas mehr eingelassen. Noch habe ich Gottlob keine Reue darüber. Ich kehre mich an die Scharteken alle nicht, die wider mich herausgegeben werden. Wer nur ei« Hirn in seinem Schädel hat (לו מוח בקדקדו w מי) begreift wohl, daß es דברים בלי טעם geschmacklose Reden sind. Wollte Gott! (מי יתן) ich bekäme nur wieder eine solche Gelegenheit, so thue ich wieder., was ich diesmal gcthan habe. Hat Mancher geglaubt, zu Allem stillschweigen zu müssen, ich glaube es nicht. Wenn ich bedenke, was man zur Anerkennung der Heiligkeit-unsrer Religion (לקדש את השם) zu. thun schuldig ist, so begreife ich gar nicht, wie so manche unsrer Glaubensgenossen (מבני עמנו) immer schreien, ich soll um des Himmels willen Nichts mehr davon schreiben. Auch habe ich es, Gott weiß es, nicht gern gethan, daß ich mich vom Disput losgemacht habe, ״ich habe meinen Willen vor dem Willen Andrer fahren lassen" במלחי רצוני מפני רצון אחדים. Wäre es nach mir gegangen , so hätte ich eine ganz andre Antwort geben wollen. — Was mit dem in Frage stehenden Schwiegersohn vorgefallen sein soll, ist mir ganz unbekannt. Ich habe mit dem Arzt aus Dessau niemals correspondirt. Daß er so undankbar gegen seinen Vater ist, macht ihm sicherlich keine Ehre. Es ist mir bekannt und er hat mir selbst gestanden, daß er von seinem Vater viel Wohlthaten empfangen, und wie sollte er Böses statt Gutes, vergelten! Uebrigens bin ich immer Ihr intimer Freund Moses Mendelsohn aus Dessau. - Alle übrigen Briefe sind ausschließlich geschäftlichen Inhaltes und von keinem allgemeinen Interesse. Nur 'zwei machen hiervon eine Ausnahme^ Der eine ist ein Empfchlungsbrief, der andere betrifft das jüdische Ehe- und Erbrecht; wir wollen sie vollständig beifügen. Berlin 10. Aug. 1784. Friede und alles Gute meinem Freunde und.Gefährten dem hochgeehrten und weisen Hrn. Elkan Herz. Gott beschütze ihn! Diejenigen, welche Gegenwärtiges überreichen, sind zwei-associirtc Kausteute aus Strelitz: Lehmanns Sohn, mein alter Bekannter-und