Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 7 · p. Seite 253

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 7
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829234-2829242-2856540--04913-2856570
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mexandrimsche Messiashoffnungen. 253 Stürzen und aus das Meer, und strömen des schrecklichen Feuers 85 Unverlöschlicher Guß, der verbrennt die Erde, die Meere Und die Achse des Himmels, die.Tage und selber die Schöpfung Schmelzt er zusammen in Eins und wird zur Reinheit sie läutern: Und nicht werden mehr sein die glänzenden leuchtenden Kugeln, Nicht mehr Nacht, noch Morgen, noch viele Tage des Kummers. 90 Weder Frühling, noch Sommer, noch Winter oder ein Spätherbst. Dann wird auch das Gericht des großen Gottes erscheinen Für die lang dauernde Zeit der Welt, wenn dies Alles sich zuträgt. Dieses der erste Th eil (oder Fragment) des dritten Buches. Es ist hier durch V. 52 eine leicht zu entziffernde Zeitbestimmung angegeben. ״' Drei werden Rom alsdann mit schrecklichem Loose vernichten." Offenbar ist hier aus die Triumvirn Octavian, Antonius, Lepidns angespielt. Diese Zeit der Proscriptionen und der schrecklichsten Bürgerkriege mochte vielen Mitlebenden als ein Wendepunkt aller bestehenden Zustände erscheinen, den an Messias- Hoffnungen Haltenden und ihren Einfluß, wie die Bewohner Alexandriens Fühlenden war sie daher der Uebergang zu der Ankunft des Messias. Aus V. 46: ״Wenn dann Rom dereinst auch herrscht über Egypten u. s. w." durste zu schließen sein, daß der Perfassen nach der Schlacht bei Actium "(30 I. vor gew. Zeitr.) lebte, als Octavian Egypten zu einer römischen Provinz machte^).. Schwieriger ist jedoch die Entzifferung der V. 75 ff. enthaltene Hinweisung: ״Und alsdann wird die Welt sich unter der Hand eines Weibes fiüden u. s. »,"• Hier scheint Kleopatra gemeint zu sein und wäre hier ein anderer Verfasser als der der früheren Verse anzuuehmen 15), Doch ist auch dann die Verkündigung V. 78. 79 : ״Und in die mächtige Flut hat sie das Gold und Silber geworfen; auch das Eisen und Erz kurzlebiger Menschen versenket ff." schwer zu enträthseln. Es wird hier wahrscheinlich aus geschichtlich nicht aufbewahrte uns unbekannte Beziehungen hingedeutet, oder es liegen diesen die Mesflaszeit bezeichnenden Versen Sagen zu Grunde, mit denen man sich in Alexandrien trug. Noch ist die der Ankunft des Messias vorhergehende Zeit des Beliar hervorzuheben: ״Beliar wird von Sebaste kommen16), sein wird sein das Reich, er wird viele Menschen verführen u. s. w." (V. 63 ff.). Es wurde schon oben aus diese Verschiedenheit der paläst. und alexandr. Messiasanflchten aufmerksam gemacht.' Hier bemerken wir noch, daß Palästina den Begriff ״Teufel" nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.