Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen und Anzeigen. 197 Gedanke auf, daß die Schuld vielleicht weniger an dem Lernenden als an dem Lehrenden liege, der Weg, den man beim Unterricht im Hebräischen einschlägt, wohl nicht der ganz richtige sei und es wohl gerathener wäre, die jüdischen Kinder je eher desto bester an die ewigfrisch sprudelnde Quelle des Lebenswassers zu führen, und ihnen statt der Fibel lieber so früh als möglich die Bibel in die Hände gebe, das Buch, das in seiner einfach-erhabenen Weise für das Kind sowohl wie für den Mann, für den Glaubenden wie für den Denkenden geschrieben ist. Dieses Buch der Welt in seiner Ursprache zum frühen Eigenthum der Jugend zu machen ist die Hauptaufgabe der jüdischen Schule, und darum ist das Erscheinendes vorliegenden Lehrbuchs der hebr. Sprache ficherlich erfreulich, weil es diesem Zwecke in sehr erleichternder Weise dient. Dadurch, daß es in Fragen und Antworten bearbeitet ist und in streng systematischer Ordnung aufwärts steigt, hat es eine Klarheit und Durchsichtigkeit gewonnen, die eS allen jüd. Elementar- und Religionsfchulen empfehlenswerth machen. .Auch was die den erlernten Regeln angemessene Reihe von Uebersetzungsstücken anbetrifft, so wird Niemand die Nützlichkeit derselben in Abrede stellen׳, jedoch über den Zweck der von No. 175—191 gegebenen ״Fabeln und Parabeln" ließe sich mit den Hrn. Verfassern noch rechten. Wir lernen doch die hebr. Sprache zunächst, um die Bibel lesen und gründlich verstehen zu können. Aus solchen gefabe-lten Uebungsstücken jedoch lernt die Jugend nimmermehr auch nur so viel, um einen Vers aus den Propheten richtig zu übersetzen und zu verstehen. Uebungs- und Musterstücke für die hebräisch lernende Jugend müssen einzig und allein aus der Bibel,- der Quelle des hebr. Sprachgeistes entlehnt sein; die Aufgabe des schriftstellerischen Schulmannes ist es, diese Stücke aus der Bibel zu wählen, und nach dem Stufengange vom Leichteren zum Schwereren zu ordnen, wie dies die Herren Verfasser bei den kleineren Uebungsstücken ja richtig erkannt haben. Das dem Merkchen angehängte Vokabularium, nach den Stämmen geordnet, ist vollständiger, als es bei dieser Gattung von Büchern zu sein Pflegt, und macht den fleißigen Schüler so ziemlich mit dem ganzen Wortschatz der hebr. Sprache bekannt. Allein die allzu prägnante Kürze ist hier nicht am Orte; wir hätten gewünscht, daß die verschiedensten Bedeutungen eines und desselben Wortes weniger schroff einander gegenüberständen, sondern in gewandter Weise übergeleitet würden, was o^t durch die bloße Stellung schon gelungenwäre. Es muß den Anfänger frappiren, wenn er unter rad.!אור